Der Verdacht gegen den Schweizer Rohstoffhändler Glencore Xstrata, den Aluminiumpreis durch verzögerte Lieferungen gezielt in die Höhe zu treiben, erhärtet sich. Der amerikanische Anwalt Tim Howard geht davon aus, dass sich Glencore gezielt mit den Grossbanken Goldman Sachs und JP Morgan abgestimmt habe, das Metall in den Lagerstätten der jeweiligen Firmentöchter zu horten. «Glencore Xstrata, Goldman und JP Morgan haben ihre Rohstoff- und Warenlager-Strategien angeglichen», sagte Howard der «NZZ am Sonntag». «Die Strategien der globalen Anteilseigner deuten auf betrügerische Absprachen hin.»

Preisunterschied von 15 Prozent

Howard vertritt industrielle Abnehmer des Metalls. «Der aus dem Lieferstau resultierende Preisunterschied beträgt 10 bis 15 Prozent», sagte Diego Valiante von der Brüsseler Denkfabrik «Centre for European Policy Studies» der «NZZ am Sonntag». Die Glencore-Tochter Pacorini Metals betreibt 178 bei der London Metal Exchange registrierte Lagerstätten für Rohstoffe und ist damit in diesem Jahr zur globalen Nummer eins aufgestiegen.

(tke)