US-Behörden nehmen Produkte von Schweizer Versicherungen unter die Lupe. Das schreibt das Wall Street Journal (WSJ) in seiner neusten Ausgabe unter Verweis auf involvierte Kreise. Das Department of Justice und die Steuerbehörde IRS interessieren sich demnach für sogenannte PPLI-Produkte (Private Placement Life Insurance), die Versicherungs- und Bankkomponenten enthalten und im Verdacht stehen, ein Instrument zur Steuerhinterziehung zu sein.

Im Dezember habe der Versicherer Swiss Life deshalb Geldanlagen von Hunderten Amerikanern zurückgegeben, die in solche PPLI-Produkte investiert hätten, schreibt das WSJ weiter. Diese Policen hätten eine Verbindung zur Bank Frey gehabt, die im letzten Oktober nach einer Anklage gegen einen Exponenten der Bank in den USA ihr Tätigkeit einstellte.

Seit 2012 keine neuen US-Kunden

Swiss Life ist laut dem Bericht die grösste Schweizer Versicherung, die PPLI-Produkte anbietet, aber nicht die einzige. Genau wie Schweizer Banken Untersuchungen auf sich gezogen hätten, könne dies nun auch Versicherungen geschehen, lässt sich ein US-Anwalt im Bericht zitieren.

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Sprecher des Department of Justice und der IRS kommentierten die Angelegenheit gegenüber dem WSJ nicht. Ein Swiss-Life-Sprecher sagte, die Versicherung sei bislang wegen des PPLI-Geschäfts nicht von US-Behörden kontaktiert worden. Er bezifferte die Summe, die Amerikaner 2012 bei Swiss Life in PPLI-Produkte angelegt hätten, auf 770 Millionen Franken. Im Jahr 2012 habe die Bank jedoch aufgehört, neue US-Kunden anzunehmen.

Die Zurich soll laut dem Bericht keine US-Kunden angenommen haben, seit sie 2009 ins PPLI-Geschäft eingestiegen ist. Baloise habe im Jahr 2010 damit aufgehört.

(awp/dbe/sim)