Ein Ende des Steuerstreits mit den USA ist laut der amerikanischen Botschafterin Suzan Levine absehbar. «Das US-Justizdepartement geht davon aus, dass bis Ende Jahr alle Fälle der Banken der Kategorie 2 beigelegt sind», sagt die Diplomatin im Gespräch mit der «Handelszeitung». Sie selber habe sich dafür eingesetzt, dass die Fälle vorangetrieben würden. 

Bislang haben die USA mit der Tessiner BSI, der Bank Vadian in St. Gallen und der Finter Bank Zürich, die sich beim Programm der US-Behörden in Kategorie 2 einteilen liessen, eine entsprechende Einigung erzielt, verbunden mit einer Busse.

Credit Suisse aus dem Schneider

Länger würden die Untersuchungen allerdings für die Banken der Kategorie 1 dauern – darunter befinden sich Julius Bär und die Kantonalbanken aus Zürich und Basel. «Für sie gilt ein anderer Fahrplan», so Levine. Denn das US-Justizdepartement hat strafrechtliche Ermittlungen eröffnet. Bereits geeinigt mit den USA haben sich die Kategorie-1-Banken Leumi und Credit Suisse. 

Die Botschafterin führt derzeit Gespräche mit der Bankiervereinigung. Dies, weil es für US-Bürger frustrierend sei, dass Schweizer Banken es ihnen nicht erlaubten, ein Konto zu eröffnen. «Ich hoffe, dass die Banken davon absehen, wenn der automatische Informationsaustausch eingeführt wird – und mehr Banken im Rahmen des Programms eine Einigung finden.»

Kein Steuerkrieg

Laut LeVine führt die Grossmacht keinen Steuerkrieg gegen die Schweiz. «Den USA geht es nicht um die Schweiz. Sondern allein darum, sicherzustellen, dass US-Bürger ihre Steuern bezahlen.»

Die USA hätten 2014 Bussen von 167 Milliarden Dollar gegen Banken ausgesprochen. 85 Prozent betrafen US-Banken, Schweizer Banken «bloss» 3 Prozent, so die Botschafterin.

Grosse Wertschätzung für Schweizer Firmen

Die US-Botschafterin betont, dass die Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahren stärker in den Fokus der USA gerückt sei. «In den USA ist die Wertschätzung für die Schweizer Firmen gross.»

Sie sei deshalb sehr zuversichtlich, dass auch für die Schweiz eine tragfähige Lösung gefunden werden könne, wenn die Verhandlungen der USA und der EU über ein transatlantisches Freihandelsabkommen erfolgreich seien. «Solange aber die Details eines möglichen Abkommens nicht festgelegt sind, machen entsprechende Gespräche der Schweiz mit den USA keinen Sinn», so Levine.

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