Das Bayer-Übernahmeziel Monsanto ist wegen der früheren Herstellung der giftigen Chemikalie PCB in den USA verklagt worden. Der US-Bundesstaat Washington verlangt Schadensersatz für Umweltverseuchung und die wirtschaftlichen Folgen.

Das Unternehmen aus St. Louis habe jahrzehntelang PCB produziert und dabei sein Wissen über die Gefahren des toxischen Stoffes für Mensch und Umwelt verheimlicht, erklärte Generalstaatsanwalt Bob Ferguson am Donnerstag.

Auch Städte klagen

Monsanto sei von 1935 an der einzige PCB-Hersteller in den USA bis zum Verbot der krebserregenden Substanz in den Vereinigten Staaten 1979 gewesen.

Der Saatgut- und Herbizid-Produzent bezeichnete die Klage als grundlos. Denn die Chemikalie sei damals zugelassen und nützlich gewesen und von Behörden und Unternehmen gerne eingesetzt worden. Mindestens acht Städte an der US-Westküste gehen mit ähnlichen Klagen gegen Monsanto vor.

Kritik an Glyphosat

PCB wurde früher häufig zu Isolierungen bei elektrischen Produkten und als Weichmacher bei Lacken, Dichtungsmassen und Kunststoffen eingesetzt. Monsanto ist auch der Entwickler des Unkrautvernichters Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein und auch wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte umstritten.

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Bayer hatte sich im September nach monatelangem Ringen mit Monsanto auf ein Zusammengehen verständigt. Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern will das US-Unternehmen für 66 Milliarden Dollar kaufen.

(sda/tno/jfr)