Der weltweit zweitgrösste Finanzinvestor Carlyle hat bei seinem Börsengang den Anlegern Zugeständnisse gemacht. Die Anteile gingen für 22 US-Dollar an die neuen Aktionäre, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das US-Unternehmen hatte 23 bis 25 Dollar angepeilt.

Insgesamt nahm Carlyle 671 Millionen Dollar ein und wird daher nun mit rund 6,7 Milliarden Dollar bewertet. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Private-Equity-Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 882 Millionen Dollar. Von diesem Donnerstag an sollen die Aktien an der Nasdaq gehandelt werden.

Carlyle folgt mit dem Börsengang den Rivalen Blackstone und Apollo. Die Börsengänge der Finanzinvestoren verliefen vielfach nicht zur Freude der Aktionäre. Die Kurse gaben deutlich ab. Die Titel des weltgrössten Finanzinvestors Blackstone etwa haben seit dem Börsengang rund 57 Prozent an Wert eingebüsst, die Aktien von Apollo sackten seit einer grösseren Platzierung im März 2011 um 33 Prozent ab.

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Investoren bemängeln an den Firmen der Branche, dass die Gewinne schlecht prognostizierbar seien. Private-Equity-Anleger hingegen haben häufiger einen längeren Anlagehorizont, den sie durch eine vermeintlich kurzfristige Gewinnorientierung börsennotierter Unternehmen gefährdet sehen.

In Deutschland griff Carlyle unter anderem bei der Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor (Karstadt und Quelle) zu. Insgesamt verwaltet der Finanzinvestor nach eigenen Angaben weltweit Vermögenswerte von über 147 Milliarden Dollar. An die Börse wurde das Unternehmen von JPMorgan, Citigroup und der Credit Suisse begleitet.

(chb/aho/awp)