Im Rechtstreit mit dem bekannten Anleihe-Investor Bill Gross geht die von ihm gegründete US-Fondsgesellschaft Pimco in die Offensive. Die Allianz-Tochter forderte am Montag ein Bundesgericht in Kalifornien auf, Gross' Klage gegen seinen Rauswurf im September 2014 fallenzulassen.

Gross habe seinen Vorwurf des Vertragsbruchs nicht untermauern können. Gross' Anwältin Patricia Glaser zeigte sich enttäuscht von der Pimco-Stellungnahme. Sie erklärte aber zugleich, Pimco habe die Darstellung ihres Mandanten nicht substanziell infrage gestellt. Eine Anhörung ist für den 14. März 2016 angesetzt.

Gross sieht sich als Opfer

Gross sieht sich der Klage zufolge als Opfer einer «Intrige» von Pimco-Managern, die ihm seinen Bonus-Anteil geneidet hätten. Pimco hatte sich nach einem öffentlichen Zerwürfnis abrupt von Gross getrennt. Gross hatte jahrelang den einst grössten Anleihefonds der Welt, Pimco Total Return, geführt. Investoren hatten dort aber massiv Geld abgezogen, nachdem Gross sich mehrfach mit US-Staatspapieren verspekuliert hatte.

Zudem gab es Kritik an seinem Führungsstil. Die Mittelabflüsse bei Pimco setzten sich auch nach Gross' Abgang fort. Das Volumen des Fonds ist nach einem Höchststand von 293 Milliarden Dollar im April 2013 inzwischen auf weniger als 100 Milliarden Dollar gefallen.

(reuters/dbe)