Erneut sind Schweizer Banker ins Visier der US-Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan erhob Anklage gegen drei ehemalige Kundenberater einer Schweizer Bank, wie das US-Justizministerium bekannt gab.

Die Angeklagten sollen US-Kunden geholfen haben, mehr als 420 Millionen Dollar vor den Steuerbehörden zu verstecken. Den Namen der Bank, für die sie gearbeitet hatten, gaben die US-Behörden nicht bekannt. Gemäss dem Finanznachrichtenportal «finews.ch» handle es sich aber um Mitarbeiter der Zürcher Kantonalbank.

«Alle drei Angeklagten arbeiteteten oder arbeiten jedenfalls für das Staatsinstitut», heisst es in dem Bericht. Einer sei seit 1992 im Kader und heute noch Mitglied der Direktion, ein anderer seit Oktober 2008 im Kader der ZKB und heute Teamleiter externe Vermögensberater - und der dritte Betroffene sei bis Oktober 2010 in der ZKB tätig gewesen. «Heute arbeitet er beim Vermögensverwalter Swiss-American Advisors in Zürich», so «Finews».

Keine Verhaftungen

Keiner der drei sei verhaftet worden. Sie hätten Codenamen wie «Raincity» und «Kakeycat» benutzt, um im Namen ihrer Kunden Konten in der Schweiz zu eröffnen, hiess es weiter. Ihnen drohen maximal fünf Jahre Haft und eine Busse von bis zu 250'000 Dollar.

Es ist nicht das erste Mal dieses Jahr, dass die US-Behörden Anklage gegen Schweizer Banker erheben. Bereits im März waren zwei Schweizer Finanzberater angeklagt worden, weil sie US-Kunden geholfen haben sollen, Geld vor den Finanzbehörden zu verbergen.

Mindestens zwei Dutzend Schweizer Banker angeklagt

Anfang Jahr waren zudem drei Banker der inzwischen zerbrochenen St. Galler Privatbank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, «zusammen mit US-Steuerzahlern und anderen Personen einen Plan ausgearbeitet zu haben, um Gelder in der Höhe von 1,2 Milliarden Dollar zu verstecken».

Anzeige

Insgesamt sind in den USA bisher mindestens zwei Dutzend Schweizer Banker und Dutzende von US-Kunden angeklagt worden. Die Angriffe gegen Schweizer Banken begannen 2007 mit einer Untersuchung gegen die UBS. Das Verfahren endete damit, dass die grösste Schweizer Bank 780 Millionen Dollar zahlte und Informationen von rund 4450 Kunden preisgab.

(sda/awp/muv/vst/chb)