Der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann rief seine Zunft auf, sich gemeinsam gegen die Vorwürfe von Tricksereien auf dem US-Häusermarkt zur Wehr zu setzen. «Wir müssen uns als Banken überlegen, bei dem Thema enger zusammenzuarbeiten», betonte der Schweizer auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Er habe darüber auch schon mit Credit-Suisse-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner gesprochen, der ebenfalls an der Tagung teilnahm.

In den USA sehen sich zahlreiche Grossbanken mit potenziell milliardenschweren Klagen wegen ihrer Hypothekengeschäfte konfrontiert. Massenhafte Kredite an einkommensschwache Amerikaner zum Bau oder Kauf von Häusern hatten die Finanzkrise ausgelöst.

Prozesse dürften Jahre dauern

Die Prozesse gegen die Banken dürften sich über Jahre hinziehen. Die Vorwürfe reichen von unrechtmässigen Zwangsräumungen bis zur Verschleierung von Risiken bei faulen Immobilienkrediten.

Erst am Freitag hatte die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) 17 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte verklagt. Sie wirft den Instituten - darunter auch der CS und der Deutschen Bank - vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren an die inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac falsche Angaben gemacht zu haben.

«Der letzte Strohhalm»

Die Deutsche Bank nehme solche Vorwürfe zwar ernst, betonte Ackermann. «Wir setzen uns aber dort zur Wehr, wo wir gute Gründe haben. Die sollen uns beweisen, dass Betrug im Spiel ist.» Ackermann verwies vor allem darauf, dass bei der Dokumentation von Hypothekenunterlagen heute andere Massstäbe angelegt würden als noch zu den Boomzeiten auf dem US-Häusermarkt.

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Darauf eine Klage aufzubauen, sei die Suche «nach dem letzten Strohhalm», sagte Ackermann bei der «Handelsblatt»-Konferenz «Banken im Umbruch». Ein Rückzug aus den USA wegen der Rechtsstreitigkeiten komme für die Deutsche Bank nicht infrage.

(laf/vst/sda)