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US-Leasingfirma bestellt bei Boeing 75 737-Max-Modelle

Das Kurzstreckenflugzeugs 737 Max ist besonders Spritfreundlich. (Bild: Keystone)

Sparsame Jets sind angesagt: Bei der Flugzeugmesse im englischen Farnborough konnte der Flugzeugbauer Boeing die Bestellung von 75 Maschinen durch eine US-Flugzeugleasingfirma verkünden.

Veröffentlicht am 09.07.2012

Boeing stiehlt zum Auftakt der Flugzeugmesse im britischen Farnborough Airbus die Schau. Die amerikanische Flugzeugleasinggesellschaft Air Lease (ALC) bestellt 75 Modelle des Kurzstreckenflugzeugs 737 Max. Die Order habe nach Listenpreis einen Wert von 7,2 Milliarden Dollar.

Dies teilte Boeing am Montag mit. Das ist ein wichtiger Erfolg für den US-Konzern, der mit der neuen Version seines angejährten Bestsellers Boden auf Airbus gutmachen will. Der Druck ist gross, die Europäer konnten zuletzt mit einer runderneuerten Version ihres Konkurrenzmodells A320 - getauft auf den Namen Neo - bei den Fluggesellschaften rund um den Globus punkten.

Hauptverkaufsargument der beiden Hersteller: Die Neuauflagen ihrer Jets verbrauchen weniger Sprit. Nachprüfen können die Fluglinien das ab 2016 oder 2017 - erst dann werden die neuen Flieger ausgeliefert.

Grosser Ehrgeiz

Der Ehrgeiz bei Boeing ist gross. Seit Jahren stehen die Flugzeuge aus dem französischen Toulouse höher in der Gunst der Airlines als die Boeing-Maschinen, die grösstenteils in Seattle zusammengeschraubt werden. Allein vergangenes Jahr erhielt die Tochter des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS 1419 Order im Gesamtwert von 140 Milliarden Dollar - Boeing zählte lediglich 805 Bestellungen.

Bereits vor Beginn des Branchentreffens im südenglischen Farnborough gab Boeing-Chef Jim McNerney die Marschrichtung vor: Unter anderem dank der 737 Max werde Boeing «auf Jahre hin» mehr Flugzeuge verkaufen als Airbus.

Der Boom ist beachtlich, da viele Fluggesellschaften wegen der trüben Aussichten für die Weltwirtschaft und der harten Konkurrenz nicht eben optimistisch in die Zukunft schauen. Gleichzeitig stellen sich die Airlines aber auf weiter steigende Treibstoffpreise ein und ersetzen Alt-Flugzeuge durch neue Jets, die weniger verbrauchen. Die Lufthansa legte sogar ein Milliarden-Sparprogramm auf und streicht Tausende Jobs, um sich die Neuanschaffungen leisten zu können.

Gegenoffensive von Airbus

Airbus kontert und will Boeing Kunden auf dem lukrativen Markt für Langstreckenflieger abspenstig machen. Auf der Messe kündigte der Hersteller an, seinen Grossraumjet A330 überholen zu wollen. Das Flugzeug, das 2015 in Dienst gehen soll, werde unter anderem eine grössere Reichweite haben. Zugleich hofft Airbus Insidern zufolge auf eine Order für die grössere Version des Hoffnungsträgers A350.

Der Abnehmer dürfte höchstwahrscheinlich die Fluglinie Cathay Pacific aus Hongkong sein, sagten Brancheninsider. Der Deal werde auf der Luftfahrtmesse im englischen Farnborough vorgestellt. Cathay Pacific hätte bereits 36 Stück des Basismodells A350-900 geordert und könnte nun zusätzlich die grössere Version A350-1000 bestellen oder die alten Orders umwandeln, sagten die Personen. Airbus und Cathay Pacific wollten sich dazu nicht äussern.

Mit dem A350 will der Konzern den Amerikanern auch Anteile im lukrativen Segment der Maschinen mit bis zu 400 Sitzen abnehmen. Boeing beherrscht diesen Markt mit seinem Bestseller 777. Die Maschine ist bei vielen Fluggesellschaften das Arbeitspferd und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Da das im Luftfahrtjargon «Triple-Seven» genannte Flugzeug nur zwei Turbinen hat, ist der Kerosinverbrauch niedriger als beim Jumbojet 747 oder dem A380, die vier Triebwerke aufweisen.

(rcv/chb/sda)

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