Der US-Pharmariese Actavis, bekannt für seine Medikamente gegen Alzheimer und Parkinson, will für rund 66 Milliarden Dollar das kalifornische Unternehmen Allergan kaufen. Allergan ist der Hersteller des Antifaltenmittels Botox.

Die beiden Unternehmen gaben ihre Übernahmepläne am Montag bekannt und bestätigten damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der zehn grössten Pharmakonzerne der Welt.

Grünes Licht der Behörden steht noch aus

Actavis, mit Sitz im steuergünstigem Irland, und Allergan werden gemeinsam einen Umsatz von 23 Milliarden Dollar jährlich erwirtschaften. Führen wird das neue Unternehmen Actavis-Chef Brent Saunders. Nach Abschluss der Übernahme sollen zwei Allergan-Manager in die Geschäftsleitung des fusionierten Unternehmens wechseln.

Der Zusammenschluss muss aber erst noch von den Kartellbehörden und den Aktionären genehmigt werden. Die Anteilseigner kommen am 18. Dezember zu einer Generalversammlung zusammen.

Kauf ist ein Kraftakt

Für Actavis ist der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern ist vom Marktwert her selbst kaum grösser als sein Übernahmeziel. Dennoch stieg der Wert der Actavis-Aktien um mehr als vier Prozent. Der Kurs Allergan-Papiere legte um über sechs Prozent zu.

Anzeige

Die Übernahme soll innerhalb der ersten zwölf Monate nach Abschluss zum Gewinn von Actavis beitragen. Actavis-Chef Saunders stellte ausserdem einen jährlichen Umsatzanstieg von im Schnitt mehr als zehn Prozent in Aussicht. Der Zusammenschluss soll zudem ab 2016 jährliche Einsparungen von mindestens 1,8 Milliarden Dollar ermöglichen.

Angebot von Valeant übertrumpft

Actavis werde im Schnitt 219 Dollar pro Allergan-Aktie zahlen, kündigte der US-Konzern an. Die insgesamt 66 Milliarden Dollar liegen weit über der Summe, die der kanadische Pharmakonzern Valeant für Allergan geboten hatte: 53 Milliarden Dollar. Die Kanadier hatten zuletzt zwar eine Aufstockung ihrer Offerte auf rund 60 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das sind jedoch immer noch sechs Milliarden weniger als Actavis nun bietet.

Die Allergan-Führung hatte die Übernahmepläne von Valeant zudem von Anfang an abgelehnt. Ein monatelanger Abwehrkampf entbrannte. Zuletzt beschäftigte das Ringen sogar die Gerichte. Allergan-Chef David Pyott hatte die Aktionäre unter anderem vor einem massiven Sparkurs in der Forschung unter einer Führung durch die Kanadier gewarnt.

Valeant hatte mit Unterstützung des New Yorker Hedgefonds-Managers Bill Ackman eine feindliche Übernahme von Allergan vorangetrieben. Ackmans Firma Pershing Square hat eine fast zehnprozentige Beteiligung bei Allergan aufgebaut und bis zuletzt Druck für eine Fusion mit Valeant gemacht.

Segel gestrichen

Kurz nach der Bekanntgabe der Fusion von Actavis und Allergan kündigte Valeant nun den Rückzug an. «Valeant könnte Gebote von mehr als 219 Dollar pro Aktie nicht vor seinen Aktionären rechtfertigen», teilte Konzernchef Michael Pearson mit.

Anzeige

Trotz der nicht geglückten Übernahme wird Hedgefonds-Spekulant Ackman als Allergan-Grossaktionär nun von der Übernahme durch Actavis profitieren - der Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von zehn Prozent auf den letzten Schlusskurs.

(sda/dbe)