Die Deutsche Bank muss für Rechtsstreitigkeiten in den USA deutlich mehr Geld zurücklegen als bisher gedacht. In der Folge schrumpft der ohnehin schon magere Gewinn des Jahres 2012 noch einmal erheblich, wie der Frankfurter Dax -Konzern überraschend mitteilte.

Deutschlands grösste Bank erhöhte ihre Rückstellungen um 600 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro. Zur Begründung verwies das Geldinstitut auf Altlasten wie Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit US-Hypothekenkrediten. Eine Rolle spielten zudem «damit nicht im Zusammenhang stehende regulatorische Untersuchungen».

Vorsorge drückt auf wichtige Kapitalquoten

In der Folge schrumpfte der Jahresgewinn 2012: Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich von zunächst ausgewiesenen 1,4 Milliarden Euro auf 784 Millionen Euro, unter dem Strich blieben statt 665 Millionen nur magere 291 Millionen Euro Gewinn übrig und damit rund 93 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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Die höhere Vorsorge für Prozessrisiken drückt auch auf die wichtigen Kapitalquoten. Bis Ende des laufenden ersten Quartals will der Dax-Konzern dies aber wieder ausgeglichen haben. Die Bank bekräftigte ihr Ziel, zum 31. März eine an künftigen Vorgaben (Stichwort «Basel III») ausgerichtete harte Kernkapitalquote von 8,5 Prozent erreichen zu wollen. Ende Dezember lag der Wert nach den neuen Zahlen bei 7,8 Prozent. Die geplante Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie soll im Zuge der revidierten Zahlen nicht verringert werden.

Was genau den Konzern zu der Neubewertung veranlasste, dass das Risiko für Bussgelder und Schadenersatzzahlungen in einigen Fällen nun über 50 Prozent liegt und deswegen Rückstellungen zu bilden sind, gab die Bank nicht preis. Es hätten sich «neue Entwicklungen bezüglich bestimmter Rechtsstreitigkeiten ergeben», teilte die Bank mit. Erst vor einer Woche hatte die Aufsichtsbehörde des US-Bundesstaats Massachusetts ein Bussgeld von 17,5 Millionen Dollar wegen Hypotheken-Deals aus der Finanzkrise gegen die Bank verhängt.

(vst/aho/awp)