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Überwachung
US-Regierung drohte Yahoo mit Busse

Yahoo: Online-Firmen stehen unter Druck von der US-Regierung.   Keystone

250'000 Dollar Strafe sollte Yahoo bezahlen, falls das Unternehmen Kundeninformationen nicht an die Regierung liefert. Jeden Tag. Nun geht Yahoo in die Gegenoffensive.

Veröffentlicht am 12.09.2014

Yahoo hat mit der Veröffentlichung von 1500 bislang geheimen Dokumenten begonnen, die den Druck der US-Behörden auf Internetkonzerne beim Abgreifen von Nutzer-Daten belegen. Am Donnerstag gab das Unternehmen Unterlagen heraus, denen zufolge die Regierung 2008 ein Bussgeld von 250’000 Dollar pro Tag androhte, sollte der amerikanische Onlinepionier nicht die geforderten Kundeninformationen zugänglich machen. Die Summe sollte sich in jeder Woche verdoppeln.

Bürgerrechtsgruppen begrüssten die Veröffentlichung. Bislang beruhten die entsprechenden Vorwürfe gegen die USA eher auf Hörensagen, sagte Marc Rotenberg vom Electronic Privacy Information Center.

Vieles bleibt unter Verschluss

Grosse Teile der Unterlagen seien bis heute allerdings weiter unter Verschluss und auch den Anwälten von Yahoo nicht bekannt, erklärte der Konzern-Justiziar Ron Bell im Firmenblog. Die Unterlagen zeigen, wie Yahoo am Ende den Streit mit der Regierung um den Zugang zu Nutzerdaten verlor.

Mark Rumold von der Electronic Frontier Foundation erklärte zu den Dokumenten, damit würden einige offene Fragen in dem Fall geklärt. Unter dem Strich bleibe, dass die zuständigen Gerichte die Gesetze und die Verfassung in bedeutender und wesentlicher Weise auslegten, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfahre.

Auch andere Internet-Konzerne betroffen

Auch andere amerikanische Internet-Konzerne wie Facebook, Microsoft und Google haben damit begonnen, Einzelheiten über die Anträge der Regierung für die Herausgabe von Kundendaten zu veröffentlichen. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte im vergangenen Jahr den Umfang der amerikanischen Ausspähprogramme enthüllt.

(reuters/ise/ama)

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