Nein, die beiden lernten sich nicht beim Snowboarden kennen. Sondern in einer Bar. Aber natürlich ist Schneesurfen eines der Hauptthemen dieses Paares. Man könnte sagen, dass Jake Burton und Donna Carpenter Bett und Brett teilen. Ersterer ist Pionier der Snowboard-Bewegung, Zweitere ist seine Gattin, die auch CEO des US-amerikanischen Snowboard-Herstellers ist.

Als sich die beiden 1981 erstmals trafen, stand der Snowboard-Boom am Anfang. Die «Snöber», wie sie Ende des letzten Jahrtausends, auf dem Peak ihrer Existenz, genannt wurden, zogen argwöhnische Blicke von Skifahrern auf sich und waren in vielen Skigebieten unerwünscht.

Zweiter Flagship-Store in Europa

So kam die junge Sportart zu einem Revoluzzer-Image, was den Board-Absatz befeuerte. Um die Jahrtausendwende wurden jährlich über 100’000 Bretter verkauft. Seither war jedes Jahr schwächer, im Winter 2016/17 waren es noch 19'000, wie Zahlen von Gfk Switzerland zeigen.

Burton aber ist ein starker Name geblieben und wagt sich jetzt in die Schweiz mit einem Flagship-Store, der dieser Tage in Zürich öffnet. Im Juli wurde die dazugehörige Gesellschaft im Zürcher Handelsregister eingetragen. Es ist erst der zweite Flagship-Store in Europa.

«Chief badass»

Chefin Donna Carpenter will Burtons Boarder-Image von Brettern auf Textilien, Funktionswäsche, Taschen und neu auch auf Campingartikel ausweiten. Geschäftlich ist ihr einiges zuzutrauen. Immerhin gilt sie firmenintern als «Chief badass». Was man als coole «Chef-Durchblickerin» übersetzen könnte.

Carpenter führt das Unternehmen seit 2016. Sie war bereits vorher jahrelang in führenden Funktionen im Unternehmen tätig. Gründer Jake Burton schätzt sie als Partnerin und Chefin. «Sie war an meiner Seite seit den ersten Tagen von Burton und ich vertraue vollkommen darauf, dass sie unsere Firma in die Zukunft führen wird», kommentierte er seinerzeit den Wechsel.

Schwere Krankheit

Jake Burton selbst ist Vorsitzender des Unternehmens. Vor zwei Jahren erkrankte er schwer. Er litt am Miller-Fisher-Syndrom, einer Autoimmunkrankheit. Burton wurde künstlich beatmet und konnte zeitweise nur die Hände bewegen.

Heute gehe es ihm wieder sehr gut, sagte er jüngst zum «Tages-Anzeiger». Aber er habe immer noch einen weiten Weg vor sich. Burton: «Wenn man so lange an einem Beatmungsgerät hängt, werden die Lungen träge.»

(ag)

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