Die Credit Suisse soll Kunden dabei geholfen haben, hohe Summen an unversteuerten Geldern unter anderem in Gold anzulegen. Dabei wurde auch zu unkonventionellen Methoden gegriffen: Ein wohlhabender US-Bürger hat laut CNN Goldbarren im Wert von 250'000 Dollar in seiner Unterwäsche ins Land gebracht.

Solche und ähnliche Vorfälle könnten US-Ermittler beweisen, berichtet CNN in seinem Onlineauftritt. Die Schweizer Grossbank habe demnach Kunden dabei geholfen, mindestens vier Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Franken) unversteuert auf Konten des Geldhauses zu lagern.

Kompromiss über 800 Millionen Dollar

Um die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, hat die Credit Suisse nun offenbar mit dem zuständigen Unterausschuss des US-Senates einen Kompromiss ausgehandelt, wie Insider berichten. Eine Anhörung am kommenden Mittwoch soll den Vergleich voranbringen. Den Berichten zufolge wird das Geldhaus 800 Millionen Dollar (711 Millionen Franken) Strafe zahlen. Die Credit Suisse wollte die Berichte nicht kommentieren.

Das wäre einerseits eine Rekordsumme – die UBS hatte 2009 rund 780 Millionen Dollar aufbringen müssen, um für die Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu büssen, die sie dem US-Senat gegenüber eingestanden hatte.

Rekordbusse wäre dennoch eine leichte Strafe

Auf der anderen Seite käme die Credit Suisse dabei noch vergleichsweise gut davon. Es gibt von Seiten von US-Abgeordneten auch Forderungen, nach denen die Strafzahlung mindestens die Hälfte der Schadenssumme betragen sollte. Das wären im Fall der Credit Suisse an die zwei Milliarden Dollar.

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US-Börsenaufsicht brummt Strafzahlung auf

Wie am Freitag Abend die Credit Suisse offiziell bekannt gab, muss sie wegen unerlaubten Dienstleistungen für US-Kunden einen Millionennbetrag zahlen. Die US-Börsenaufsicht SEC brummt der Schweizer Grossbank eine Strafe von 174 Millionen Franken auf.

Die Credit Suisse räumte ein, dass sie Wertpapiergesetze verletzt hatte. Im Februar hatte das Finanzinstitut 175 Millionen Franken für die Kosten des Falls beiseitegelegt.

Wie ein Sprecher der Credit Suisse gegenüber «handelszeitung.ch» mitteilte, sei der Vergleich mit der SEC ein Bestandteil des gesamten US-Steuerstreits. So sei auch der Wertpapierhandel nur ein Teilaspekt der umfassenden «Crossboarder»-Problematik.