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US-Steuerstreit: israelische Bank Leumi vor Einigung

Leumi-Filiale in Genf: Rückstellungen werden Geschäftsquartal «erheblich beeinflussen». Bloomberg

Das ausländische Geldhaus mit Sitz in Zürich stellt für den Steuerstreit mit den USA Hunderte Millionen zurück. Der Rechtsfall dürfte das Geschäftsquartal der Bank Leumi stark beeinflussen.

Veröffentlicht am 09.06.2014

Im Steuerstreit mit den USA sind nicht nur Banken mit Hauptsitz in der Schweiz im Visier der amerikanischen Behörden, sondern auch einige Schweizer Ableger ausländischer Institute. Eines davon, die israelische Bank Leumi, sieht sich kurz vor einer Einigung mit Washington.

Wie sie in Jerusalem mitteilte, stellte für den Rechtsfall zusätzliche 460 Millionen Schekel (118 Millionen Franken) zurück. Diese würden das Ergebnis im zweiten Geschäftsquartal «erheblich beeinflussen». Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen nun auf 950 Millionen Schekel (245 Millionen Franken).

Baldige Einigung erwartet

Die Leumi Private Bank mit Sitz in Zürich gehört zu den zwölf Schweizer Banken in der Kategorie 1 des Programms des US-Justizministeriums zur Bereinigung des Steuerstreits. In dieser Kategorie von Instituten, gegen die in den USA bereits ein Strafverfahren läuft, finden sich mit Hapoalim und Mizrahi zwei weitere Ableger israelischer Banken. Auch die Schweizer Tochter der britischen HSBC ist in dieser Gruppe.

«Leumi ist die erste Bank im israelischen Bankensystem, für die eine Einigung mit den US-Justizministerium erwartet wird», schrieb das zweitgrösste Kreditinstitut des Landes. Die Bank hat ihre Kunden bereits aufgefordert, ihre Konten den US-amerikanischen Behörden offenzulegen.

Basler Kantonalbank stellt Millionen zurück

Vergangenen Monat hatte die Credit Suisse mit der Rekord-Geldstrafe von 2,6 Milliarden Dollar einen Schlussstrich unter den jahrelangen Steuerstreit mit den USA gezogen. Die UBS konnte sich 2009 noch mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar aus der Affäre ziehen.

Nach Bekanntgabe der Einigung der Credit Suisse mit den US-Behörden erklärte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, sie erwarte, dass in den nächsten Monaten weitere Institute eine Lösung finden würden. Nun richtet sich der Fokus auf andere Schweizer Banken, etwa Julius Bär oder die Kantonalbanken von Zürich und Basel.

Die Basler Kantonalbank hat für den Steuerstreit 100 Millionen Franken zurückgestellt. Julius Bär und die Zürcher Kantonalbank verzichteten bisher auf Rückstellungen mit der Begründung, es lasse sich noch nicht beurteilen, wie hoch eine Busse ausfallen könnte.

(sda/dbe)

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