Julius Bär bildet eine vorläufige Rückstellung über 350 Millionen Dollar für den angestrebten Vergleich im US-Steuerstreit. Das teilte die Bank am Abend mit.

Die Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizdepartement seien nun so weit gediehen, dass Julius Bär eine vorläufige Einschätzung eines wahrscheinlichen und ungefähren Betrags vornehmen könne, der für den Abschluss eines Vergleichs erforderlich sei, schrieb die Bank. Der Betrag widerspiegele das «gegenwärtige Verständnis und den derzeitigen Stand der Vorbesprechungen mit dem DoJ betreffend den angestrebten Vergleich» und könne sich noch ändern.

Die Rückstellungen würden das Halbjahresresultat belasten, hiess es weiter. Wäre die Rückstellung bereits Ende April 2015 gebildet worden, hätten die BIZ Gesamtkapitalquote der Gruppe 20,9 Prozent und die BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) 19,6 Prozent betragen. Julius Bär veröffentlicht am 20. Juli Halbjahreszahlen.

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Kein fester Zeitplan

Obwohl kein fester Zeitplan für einen abschliessenden Vergleich bestehe, werde Julius Bär weiter darauf hinarbeiten, diese bedauerliche Altlast möglichst bald zu bereinigen, so die Bank weiter. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ergänzte ein Sprecher von Julius Bär, die US-Behörden hätten für einen Vergleich im Steuerstreit kein Schuldeingeständnis gefordert.

Zur Zeit ist noch nicht bekannt, wie hoch die US-Vermögen bei Julius Bär waren, die vor dem US-Fiskus versteckt wurden. Diese Zahl gibt das DOJ erst bei der definitiven Einigung bekannt. Grundsätzlich sind Strafzahlungen von bis zur Hälfte der versteckten Gelder vorgesehen.

Das US-Justizministerium hatte seit Jahren gegen Schweizer Banken ermittelt und zur Beilegung des Steuerstreits 2013 ein Selbstanzeigeprogramm angeboten. Weil die US-Behörden damals aber schon ein Verfahren gegen Julius Bär wegen mutmasslichen Steuerdelikten eingeleitet hatten, landete die Bank automatisch in Kategorie 1.

UBS zahlte Milliarden

In dieser Kategorie waren auch die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Bank Leumi, die sich alle mit hohen Bussgeldzahlungen freikauften: Die Bank Leumi zahlte 400 Millionen Dollar, die UBS 780 Millionen und bei der Credit Suisse waren es gar 2,6 Milliarden.

Noch nicht abgeschlossen sind die Vergleichsverhandlungen neben Julius Bär bei der Zürcher Kantonalbank und rund zehn weiteren in der Kategorie 1 eingeteilten Banken.

(sda/awp/mbü)