Ein bekannter US-Tech-Handelsverband hat sich im Handelsstreit mit China gegen die Fokussierung auf Zölle als Strafmassnahmen ausgesprochen. «Zölle funktionieren nicht», teilte der Präsident der Organisation ITI (Information Technology Industry Council), Dean Garfield, am Montag in einem an Finanzminister Steven Mnuchin gerichteten Schreiben mit.

ITI vertritt die Interessen der grössten in den USA aktiven Software- und Hardwarekonzerne - von Apple, Amazon und Facebook, Twitter bis zu Intel und auch SAP.

Verbündete suchen

Statt auf Abgaben zu setzen, sollten die USA nach Verbündeten suchen, um gegen die unfairen Handelspraktiken der Volksrepublik vorzugehen. «Wir ermutigen die Regierung ausdrücklich, eine internationale Koalition zu bilden, um sich bei der Welthandelsorganisation und darüber hinaus gegen China zu wehren», hiess es.

Die USA seien einzigartig gut aufgestellt, um dabei die Führungsrolle zu übernehmen. Letztlich gehe es darum, Verhandlungen über die Gestaltung von ausgewogenen Handelsbeziehungen zu führen und dafür möglichst zügig in die Volksrepublik zu reisen.

China droht Vergeltung an

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende erklärt, im Handelsstreit mit Zugeständnissen Chinas zu rechnen. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern hatte sich zuletzt wieder verschärft.

Trump drohte zusätzliche Zölle auf Importe aus China im Volumen von 100 Milliarden Dollar im Jahr an. Als Grund nannte er Chinas «unfaire Vergeltung» auf US-Zolldrohungen. Die Regierung in Peking kündigte daraufhin Gegenmassnahmen «um jeden Preis» an, sollte Trump sein Vorhaben umsetzen.

(reuters/gku/mbü)