Vergangenen Juni wurde Herve Falciani in Barcelona verhaftet. Zuvor hatte er als Angestellter der Genfer Filiale der HSBC Kundendaten gestohlen.

Wie sich jetzt herausgestellt hat, war es kein Zufall, dass der Informatiker ausgerechnet nach Spanien geflohen war, wie das Finanzportal finews.ch berichtet: Offenbar haben die amerikanischen Behörden Falciani dazu geraten. Dies hat Falciani in seinem ersten Interview nach seiner Freilassung gegenüber der spanischen Zeitung «El Pais» erklärt.

Anscheinend machten die USA Falciani klar, dass es einfach wäre, ihn im Auftrag ermorden zu lassen. Welche US-Behörde ihm die Flucht nahegelegt hat, sagte Falciani jedoch nicht. Bestätigt ist jedoch, dass er zuvor in Frankreich in Kontakt mit Vertretern des amerikanischen Jusitzdepartements stand.

Leben in Gefahr

Diese hätten gegenüber Falciani angedeutet, dass schwere Vorwürfe gegen HSBC wegen Geldwäscherei-Deals in den USA erhoben würden und in diesem Zusammenhang auch sein Leben in Gefahr sei.

Für ihn hätte es zwei Fluchtmöglichkeiten gegeben: Entweder in die USA ins Exil zu gehen oder sonst irgendwo hinzugehen, wo er Zeit gewinnen könnte. Und der einzig sichere Ort in Europa für Falciani sei laut den Amerikanern Spanien, da das Land seine Informationen in mehreren Fällen erfolgreich nutzen konnte, sagte Falciani im Interview.

Nur gute Absichten

Weiter bekräftigte Falciani im Interview, niemals Geld für die Datenlieferungen erhalten zu haben. Ihm sei es immer nur darum gegangen, Geldwäscherei und Terrorfinanzierung offenzulegen.

Falciani ist seit Dezember in Spanien wieder auf freiem Fuss und steht unter Polizeischutz. Ob er in die Schweiz ausgeliefert werden soll, ist noch offen.

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(rcv/vst/chb)