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Sanktionen
USA nehmen Schweizer Öl-Trader ins Visier

Gennadi Timtschenko: Der Gunvor-Gründer im Visier der USA.   Bloomberg

Putins Krim-Abenteuer trifft den Schweizer Öl-Trader Gunvor hart: Ein Gründer der Firma verkauft seine Anteile, weil er auf eine US-Sanktionsliste geriet.

Veröffentlicht am 21.03.2014

Beim Öltrader Gunvor ist Feuer im Dach: Der russische Unternehmer Gennadi Timtschenko, der am Donnerstag auf die US-Sanktionsliste kam, hat einen Tag vorher seine Beteiligung am in der Schweiz ansässigen Ölhandelskonzern Gunvor an einen Geschäftspartner weitergegeben. Das gab der Grosskonzern bekannt.

Die Firma teilte mit, Gennadi Timtschenko habe die von ihm gehaltenen Anteile am Mittwoch an seinen Geschäftspartner Torbjorn Törnqvist verkauft. Törnqvist sei jetzt Mehrheitsaktionär des Energiehändlers mit 87 Prozent. Gunvor hat seinen Sitz in Genf und auch Timtschenkos Wohnsitz befindet sich laut der US-Sanktionsliste in Genf.

Mit der Aufnahme in die US-Sanktionsliste wird unter anderem das Vermögen der betroffenen Personen eingefroren. Die USA wollen damit Druck auf Russland in der Krim-Krise ausüben. Timtschenko habe enge Geschäftsbeziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, erklärten US-Regierungsbeamte dem «Wall Street Journal».

Putin-Beziehung bestritten

In einer Mitteilung zeigte sich Gunvor empört über Feststellungen der USA, wonach es angeblich eine Verbindung zwischen Putin und Gunvor gebe. Putin sei nie im Besitz von Anteilen an Gunvor gewesen und sei auch nicht Begünstigter von Gunvors Geschäftsaktivitäten, teilte Gunvor laut der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Wikileaks-Depeschen der US-Botschaft legten nahe, dass zwischen dem Ölhändler und Putin enge Beziehungen bestehen würden, was der Konzern schon damals heftig bestritt.

Als Grund, dass Timtschenko nun auf die Liste kam, gibt das US-Finanzministerium an: «Timtschenkos Aktivitäten im Energiesektor sind direkt mit Putin verlinkt. Putin hat Investments in Gunvor und könnte direkten Zugriff auf deren Vermögen haben.»

Gunvor setzte 2012 nach eigenen Angaben 93 Milliarden Dollar um und erwirtschaftete einen Gewinn von 433 Millionen Dollar. Die Auswirkungen der Sanktionen auf das Unternehmen sind unklar; die Schweiz hat bislang keine Sanktionen ergriffen.

(sda/chb)

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