Die beiden Schweizer Logistik-Konzerne Panalpina und Kühne+Nagel wurden in den USA nach früheren Verstössen gegen das US-Bundeskartellgesetzt auf eine schwarze Liste gesetzt. Firmen auf dieser Liste werden von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen.

Die US Air Force liess die beiden Unternehmen neben fünf weiteren Spediteuren am 16. Februar 2012 in das sogenannte «Excluded Party List System» eintragen. Firmen auf dieser Liste dürfen während eines definierten Zeitraumes nicht an der Ausschreibung öffentlicher Aufträge teilnehmen.

Kühne + Nagel wieder von Liste gestrichen

Kühne+Nagel und Panalpina bestätigen das sogenannte Debarment-Verfahren. «Panalpina wurde mit Brief vom 16. Februar informiert», sagt Sprecher Sandro Hofer. Nach Verhandlungen mit den US-Behörden wurde Kühne+Nagel inzwischen wieder von der Liste gelöscht. «Wir haben den zuständigen Behörden darlegen können, dass Kühne+Nagel ein verantwortungsbewusstes Unternehmen ist und ein Eintrag in eine Excluded Parties List nicht gerechtfertigt ist», sagte Kühne+Nagel-Sprecherin Inge Lauble.

Die Basler Panalpina verbleibt derweil nach wie vor auf der Debarment-Liste. Ihr droht der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen bis ins Jahr 2014. «Panalpina steht auf höchster Ebene in einem engen Dialog mit dem Debarring Official der US Air Force.» Man sei zuversichtlich, in Kürze von der Liste gestrichen zu werden. Das Unternehmen will dafür das bestehende Compliance- und Ethik-Programm überprüfen und anpassen.

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Hintergrund des Ausschlusses waren Ermittlungen der US-Justiz gegen mehrere Luftfrachtunternehmen wegen unerlaubter Preisabsprachen bei Zuschlägen. Panalpina und Kühne+Nagel hatten im Herbst 2010 mit der US-Justiz einen Vergleich geschlossen.

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