Die USA verhängen weitere Zölle auf Solar-Importe aus China. Diese gelten zudem für entsprechende Einfuhren aus Taiwan, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Es begründete den Schritt damit, dass Solarmodule und Solarzellen aus diesen Ländern auf dem US-Markt zu günstig verkauft würden.

Eine Schlüsselrolle in dem Streit spielt der deutsche Solarworld -Konzern, dessen US-Tochter gegen chinesische Konkurrenten vorgeht. Diese profitieren den Vorwürfen zufolge von Zuschüssen der Regierung in Peking und umgehen bereits 2012 eingeführte US-Zölle auf Solarmodule, indem sie dafür notwendige Zellen in Taiwan fertigen.

Wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des Wettbewerbs

«Diese Umgehungsmöglichkeit haben die USA nun geschlossen», erklärte Solarworld und begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des Wettbewerbs. Bereits im Juni hatte das US-Handelsministerium beschlossen, dass chinesische Solarfirmen wegen der staatlichen Subventionen besondere Abgaben auf ihre Einlieferungen zahlen müssen. Nun kommen die Anti-Dumping-Zölle hinzu.

Die neuen Abgaben gelten zunächst nur vorläufig. Eine endgültige Entscheidung des Handelsministeriums soll bis zum 15. Dezember fallen. Sie könnte den amerikanisch-chinesischen Solar-Streit weiter anheizen. Als Antwort auf die US-Strafen hat die Volksrepublik bereits in der Vergangenheit Aufschläge für die Einfuhr von Silizium aus den USA erhoben, das für die Herstellung von Sonnenkollektoren nötig ist.

Solarimporte aus China sorgen auch in Europa für Proteste der Hersteller. Sie kritisieren, chinesische Firmen hielten sich häufig nicht an die mit der EU vereinbarten Mindestpreise. Solarworld-Chef Frank Asbeck betonte nun, die Europäische Kommission könne sich am entschlossenen Vorgehen der US-Regierung ein Beispiel nehmen. 

(reuters/dbe)

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