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USA verklagen Deutsche Bank

Keine gute Nachricht für ihn: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. (Bild: Keystone)

"Rücksichtslose Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten" - das werfen US-Staatsanwälte der Deutschen Bank vor. Nun streben die Vereinigten Staaten eine Zivilklage gegen Deutschlands grösstes

Veröffentlicht am 03.05.2011

Die Deutsche Bank ist ins Fadenkreuz der US-Regierung geraten: Der Staat wirft der grössten deutschen Bank und ihrer 2007 gekauften Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vor und will Klage einreichen. Das teilte die Staatsanwaltschaft von Manhattan mit.

Die Staatsanwälte werfen der Deutschen Bank "rücksichtslose Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten" vor.

Sie habe sich den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen, das solche Hypotheken absicherte. Der Staat fordert von der Bank Schadenersatz und zusätzlich eine Geldstrafe.

Bis jetzt musste der Staat der Klageschrift zufolge mit 386 Millionen Dollar für die Kreditausfälle geradestehen und rechnet mit weiteren Hunderten Millionen Dollar an künftigen Zahlungsverpflichtungen.

Die Deutsche Bank habe am Weiterverkauf der Hypotheken verdient "und kaum finanzielle Anreize gehabt, um die Qualität der abgesicherten Kredite zu sichern", heisst es in dem Dokument. Zivilklagen werden in den USA häufig mit millionenschweren Vergleichen aussergerichtlich beigelegt. Für sie gelten geringere Anforderungen an die Beweiserhebung als in Strafsachen.

Die Deutsche Bank hatte MortgageIT 2007 übernommen - kurz vor der Finanzkrise. Das Unternehmen war damals einer der grössten Finanzierer von Hypotheken auf dem US-Häusermarkt. Die USA werfen der Deutschen Bank und MortgageIT nun vor, falsche Angaben gemacht zu haben, um damit in das Regierungsprogramm aufgenommen zu werden.

Sie hätten wahllos Hypotheken durch den Staat absichern lassen, ungeachtet der finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer. Insgesamt gehe es um mehr als 39'000 Kredite über fünf Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank will sich mit aller Macht gegen die Betrugsklage der US-Regierung wehren. "Nach unserer Einschätzung entbehrt die Klage gegen Mortgage IT und die Deutsche Bank jeder Grundlage", sagte ein Sprecher am Dienstag in Frankfurt auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Wir werden uns mit allen rechtlichen Mitteln dagegen zur Wehr setzen."

Die Aktie der Deutschen Bank geriet nach Bekanntwerden der Klage deutlich unter Druck - zuletzt lag sie mit mehr als drei Prozent im Minus

(laf/awp/sda)

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