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Halbjahreszahlen
Valiant dank Verkauf mit höherem Gewinn

Valiant: Will im zweiten Halbjahr das Filialnetz optimieren. (Bild: Keystone)

Die Bankengruppe hat dank eines Beteiligungsverkaufs mehr verdient. Im Hauptgeschäft von Valiant ging der Ertrag derweil zurück.

Veröffentlicht am 08.08.2013

Nach einem Taucher im Vorjahr ist der Reingewinn der Valiant Bankengruppe im ersten Semester um 3,5 Prozent auf 65,4 Millionen Franken gestiegen. Der Verkauf der Verarbeitungsplattform der Regionalbankengruppe RBA, bei der Valiant mitmacht ist, spülte einige Millionen in die Kasse.

Der übrige ordentliche Erfolg schoss von 9,6 Millionen auf 37 Millionen Franken nach oben, wie Valiant in einem Communiqué bekannt gab. Im April hatten die RBA-Gruppe und die Berner Kantonalbank (BEKB) die Firma Entris, die im Zahlungsverkehr und Wertschriftengeschäft für rund 50 Banken tätig ist, an die Swisscom verkauft. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Aber auch 2012 hatten Einmaleffekte das Ergebnis hochgedrückt.

Ab dem nächsten Jahr werde der Beteiligungsertrag wieder tiefer ausfallen, teilte Valiant weiter mit. Allerdings würden auf der anderen Seite auch die Kosten für die Informatik und das Personal sowie die Abschreibungen merklich sinken.

Taucher im Hauptgeschäft

Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsgeschäft, tauchte der Ertrag um knapp 10 Prozent auf 129 Millionen Franken. Schuld seien die tiefen Zinsen und die hohe Liquidität. Ausserdem sei man bei der Kreditvergabe zurückhaltend gewesen, führte Valiant als Grund für den Taucher an. Die Kundenausleihungen blieben mit 21,6 Milliarden Franken praktisch stabil (+0,2 Prozent).

Die Bank rechnet schon seit geraumer Zeit mit steigenden Zinsen, weshalb sie an der Zinsfront immer vorsichtig agierte. Bisher hatte sie mit ihrer Einschätzung allerdings daneben gelegen. Nun schreibt die Bank: «Die aktuelle positive Entwicklung lässt darauf schliessen, dass die Margen im zweiten Halbjahr etwas höher sein werden.»

Der Erfolg im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft sank um 2,6 Prozent auf 33,7 Millionen Franken. Allerdings wäre ohne den Verkauf der Investas AG der Erfolg um 2,6 Prozent gestiegen, hiess es. Auch im Handelsgeschäft ging der Erfolg um 3,7 Prozent auf 6,7 Millionen Franken zurück.

Auf der anderen Seite konnte Valiant auch die Kosten drücken. Insgesamt schrumpfte der Geschäftsaufwand um 2,5 Prozent auf 116,3 Millionen Franken. «Mit den Einsparungen im operativen Geschäft konnte das Zwischenziel nach sechs Monaten erreicht werden», erklärte Übergangschef Martin Gafner. Das Kosten-/Ertragsverhältnis verbesserte sich von 59,8 auf 56,3 Prozent.

Partnerschaft mit Swiss Life

Um weitere Ertragsquellen zu erschliessen, will Valiant mit dem Versicherer Swiss Life zusammenspannen. Im Herbst solle ein Rahmenvertrag unterzeichnet werden. Beide Partner wollen ihren Kunden Anlage- und Vorsorgelösungen anbieten.

Nach dem turbulenten 2012 sei dieses Jahr das Jahr der Erneuerung für Valiant. Dabei sei die Partnerschaft mit der Swiss Life ein nächster Meilenstein, erklärte Valiant-Präsident Jörg Bucher: «Wir passen zusammen.»

Ergebnis halten

Gemeinsam bestehe Potential, die Kundenbasis auszubauen sowie neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Neben dem Erschliessen neuer Märkte und der geografischen Expansion ermögliche die Kooperation Valiant auch, die Refinanzierungsmöglichkeiten zu stärken. Im Rahmen der Partnerschaft erwäge die Swiss Life auch eine kleine Beteiligung an Valiant von unter 3 Prozent.

Im zweiten Halbjahr will Valiant weiter ein Auge auf die Kosten haben und das Filialnetz optimieren. Das Ziel, im Gesamtjahr 2013 das operative Ergebnis mindestens zu halten, sei angesichts der Zahlen im ersten Semester realistisch, hiess es.

(tno/sda)

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