Aufgrund der schlechten Ergebnisse vor allem im Kioskgeschäft musste diese Woche Manfred Zipp, CEO des Retailgeschäfts von Valora, den Hut nehmen. Laut Valora-Communiqué «im gegenseitigen Einvernehmen». Der oberste Verantwortliche für diese Entwicklung, Konzernchef Peter Wüst, wurde nicht in die Wüste geschickt. Im Gegenteil: Er erhält gleich auch noch die Leitung von Valora Retail Schweiz.
Weshalb hält Valora-Verwaltungsratspräsident Fritz Ammann an Peter Wüst fest? «Der Verwaltungsrat der Valora Holding steht ohne Einschränkung hinter Peter Wüst. Er hat seine CEO-Funktion vor vier Jahren in einer äusserst kritischen Situation übernommen und seither die Fokussierung und Restrukturierung der Gruppe vorangetrieben», sagt Ammann gegenüber der «Handelszeitung». Die Schwierigkeiten im Kerngeschäft Kiosk Schweiz seien klar identifiziert. «Die Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität muss jedoch intensiviert werden», betont Ammann.

*Käufer bleiben aus*
Kein Interesse mehr an einem Kauf von Valora hat der französische Kioskbetreiber Hachette, wie Jean-Louis Nachury, Chef von Hachette Distribution Services, gegenüber der «Handelszeitung» bestätigt: «Wir arbeiten an anderen Projekten.» Vor knapp einem Jahr hat Hachette noch um Valora gebuhlt. Doch damit ist Schluss. Auch Migros oder Coop wollen weder Valora noch das Kioskgeschäft des Handelskonzerns kaufen.
In der Westschweiz arbeitet die Kioskkette Naville, eine Hachette-Tochter, im Gegensatz zu Valora erfolgreich. «Trotz Reduktion der Anzahl Kioske um einen Drittel seit 1999 konnten wir den Marktanteil halten», sagt Naville-Chef Demis Barbet-Massin. Immerhin braucht sich Valora nicht vor neuer Konkurrenz zu fürchten. Eine Expansion in die Deutschschweiz sei nicht geplant, sagt Barbet-Massin.
So bleibt das Kioskgeschäft von Valora weiterhin eine Baustelle von Peter Wüst.