Diesen Frühling war die Stimmung noch aufgeheizt. Die Gewerkschaft Syna ärgerte sich, dass die Valora-Mitarbeiter nur 0.5 Prozent Lohnerhöhung erhielten und erklärten die Lohnverhandlungen für gescheitert. Damals forderte die Syna von Valora Zugeständnisse in den Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag, zum Beispiel bei Fragen um die Verbesserung der Mindestlöhnen, der Arbeitszeiten und der Mutterschaftsregelung.

Jetzt tönt alles ganz versöhnlich. «Ich kann die Verlängerung des GAV beziehungsweise der Nicht-Kündigung seitens der Syna bestätigen», sagt Valora-Sprecherin Stefania Misteli. Der neue Vertrag wird Anfang 2013 in Kraft treten. Mit «kleinen Verbesserungen», wie Syna-Detailhandels-Branchenleiter Carlo Mathieu sagt. Beispielsweise erhalten Mitarbeiterinnen  ohne Berufsbildung ab fünf Dienstjahren mit neu 3700 Franken im Monat einen um 100 Franken höheren Mindestlohn. Auch Angestellte im Stundenlohn verdienen leicht mehr.
Doch ein Wermutstropfen bleibt aus Sicht der Gewerkschaften. «Noch ist offen, ob die selbstständigen Kiosk-Agenturen von Valora unter den GAV fallen», sagt Mathieu. Valora will bis 2015 rund 300 ihrer 1000  Kioske in so genannte Agenturen umzuwandeln. Die Mitarbeiterinnen bleiben nach der Verselbstständigung nur noch ein Jahr dem GAV unterstellt.