Der Handelskonzern Valora hat einen Käufer für sein Pressevertriebsgeschäft gefunden. Die Division 'Valora Services' geht an Thomas Kirschner, den Mehrheitsgesellschafter des führenden deutschen Pressegrossisten PVG. Für das unter Druck stehende Zeitungs- und Magazingeschäft von Valora wurde schon seit längerem eine Lösung gesucht.

Eine Vereinbarung über den Verkauf sei am Dienstagabend unterzeichnet worden, gab Valora bekannt. Der Konzern trennt sich vom Pressevertrieb seiner Division Services in der Schweiz und in Luxemburg sowie dem Logistikgeschäft für Drittkunden in der Schweiz. Bei Valora verbleibt dagegen die Warenlogistik. Die Transaktion erfolge rückwirkend per Anfang 2014 und soll noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden.

«Wir sind glücklich, mit Thomas Kirschner einen strategischen und langfristig orientierten Käufer gefunden zu haben», sagte Valora-CEO Michael Mueller an einer Telefonkonferenz. Wichtig sei auch die vereinbarte Sicherstellung der bestehenden Liefervereinbarungen. Für den bei Valora verbliebenen Bereich 'Warenlogistik' würden verschiedene Optionen geprüft.

Anzeige

Teil der verfolgten Strategie

Die veräusserten Geschäftsbereiche erwirtschafteten 2013 insgesamt einen Nettoerlös von 272 Millionen Franken und ein Betriebsergebnis von rund 10 Millionen. Den Unternehmenswert der Sparte beziffert Valora auf 80 Millionen. Effektiv werde für Valora nach Verrechnung mit dem Goodwill und den Segmentsverbindlichkeiten ein Cash-in von 60 bis 70 Millionen resultieren, so CFO Tobias Knechtle. Der genaue Wert müsse aber noch im Rahmen des Closings geklärt werden.

Mit dem Verkauf der Bereiche macht das Unternehmen nun einen weiteren Schritt in der seit einiger Zeit verfolgten Strategie, auf das Retailgeschäft an gut besuchten Lagen zu fokussieren und die Presseabhängigkeit zu reduzieren. 2012 hatte Valora bereits die Tochter Valora Services Austria an den Münchner Presse-Vertrieb Hermann Trunk und die Grosshandelssparte an die deutsche Lekkerland verkauft.

«Sehr positiver Schritt»

Infolge des Verkaufs passt der Konzern die Guidance nach unten an. Neu geht das Unternehmen bereinigt um die Devestition für 2014 von einem Betriebsergebnis (EBIT) zwischen 66 und 69 Millionen Franken (resp. 57 - 60 Millionen Franken nach Einmaleffekten) aus. Zuvor war mit einem EBIT vor Sondereffekten von 75 - 78 Millionen (resp. 66 - 70 nach Einmaleffekten) Millionen gerechnet worden.

Für 2016 ergebe sich eine neue EBIT-Guidance von über 90 Millionen Franken, welche die alte Zielsetzung eines EBITS von 100 bis 105 Millionen ersetzt. Weiter rechnet Valora in diesem Zeitraum mit einem durchschnittlichen Free Cashflow von mindestens 50 Millionen Frankenpro Jahr.

An der Börse wurden die Neuigkeiten begrüsst. Die Valora-Aktien gewinnen in einem freundlichen Gesamtmarkt bis am frühen Nachmittag Uhr 0,6 Prozent und werden bei 252,25 Franken gehandelt. Vontobel-Analyst René Weber spricht von einem 'sehr positiven' Schritt, der die Visibilität verbessere. Er geht davon aus, dass auch für die Division 'Trade' schon bald eine Lösung gefunden wird.

Anzeige

(awp/dbe)