Auffallen, das scheint die Devise von Peugeot zu sein. Auffallen in mehrerer Hinsicht: Im Karosseriedesign, bei der Innenausstattung, was einen grossen Einfluss auf den täglichen Einsatzbereich des Fahrzeugs hat, und nicht zuletzt im Motorensektor. Ein Schlüsselelement für die Peugeot-Käufer ist ohne Zweifel die Variabilität des Fahrzeuges. Dem «Alltagswert» tragen die französischen Hersteller schon seit jeher besonders Rechnung, stehen sie doch im Ruf, ihren Autos eine betont wohnliche und damit komfortorientierte Atmosphäre zu geben und sie derart zu konstruieren, dass sie auf vielfältige Art einsetzbar sind.

Dies trifft auch auf den neuen 308 SW zu. Neben hochwertigen Materialien zur Auskleidung seiner Fahrgastzelle ist er mit bequemen Sitzen ausgestattet, zudem ist der hintere Raum des Fahrzeugs auf verschiedenste Arten nutzbar. Als Option lässt sich beispielsweise eine dritte Sitzreihe installieren, sodass maximal sieben Personen im Fahrzeug Platz finden. Allerdings ist diese Lösung kaum für längere Strecken gedacht, die hinterste Reihe ist eher für Kinder geeignet.

Spiel ohne Grenzen mit Rücksitzen

Von besonderem Nutzwert ist, dass sich die hinteren Sitze auf unterschiedlichste Weise anordnen lassen. So sind die drei Sitze der zweiten Bank einzeln um jeweils 9 cm nach vorne oder hinten versetzbar. Wenn der mittlere Sitz entfernt wird, lassen sich die zwei äusseren nach Wunsch auch in der Querachse verschieben, was die Bewegungsfreiheit verbessert. Eine weitere Variante besteht darin, die Sitze hinten einzeln und je nach Bedarf mit wenigen Handgriffen auszubauen. Wird die mittlere Reihe entfernt und werden zwei Sitze in der hintersten Position installiert, entsteht für die dort sitzenden Personen ein besonders grosser Raum für die Beinfreiheit. Natürlich ist es möglich, alle Sitze der zweiten und dritten Reihe zu entfernen. Damit entsteht ein Laderaum mit einer Länge von mehr als 2 m – der 308 SW wird damit zum Kleintransporter.

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Peugeots jüngster Kombi kommt damit im besonderen Mass dem Wunsch heutiger Automobilisten entgegen, ihren Wagen nicht ausschliesslich als Personentransporter zu nutzen. Ausserdem kann der Innenraum hinten den Wünschen der Mitreisenden, nicht zuletzt der Kinder, angepasst werden, was auf längeren Reisen durchaus dazu beiträgt, die Nerven des Fahrers zu schonen, was wiederum der Sicherheit zugute kommt.

Ja zum eher kräftigen Design

Vom Nutzwert und Komfort zum Aussehen. Auch dafür haben die Franzosen ein besonderes Flair. Peugeot hat sich darauf verlegt, ein Design zu pflegen, das durchaus – im Gegensatz etwa zu den Italienern – eine etwas grobere Linie bevorzugt. Diese kommt beim 308 SW recht deutlich zum Ausdruck. Das muss jedoch keineswegs heissen, dass die Karosserie nicht attraktiv wirkt. Allerdings gilt auch in diesem Fall: Über Geschmack lässt sich streiten.

Besonders augenfällig ist bei den Peugeot-Modellen die Frontpartie gestaltet. Es begann vor drei Jahren mit dem breiten Kühlergrill der Reihe 407. «Haifischmaul», so liessen sich Lästermäuler vernehmen. Doch die Gestaltung setzte sich durch, wie sich jetzt auch bei der 308-Reihe zeigt. Als ein anderes auffallendes Element wirkt das ziemlich gross geratene Markenemblem mit dem Löwen, das von einem markanten Chromrahmen umfasst ist.

Mit kraftvollen Linien wurde auch die leicht nach oben gewölbte Motorhaube gezeichnet, ein Designelement übrigens, das jetzt bei fast allen Marken auffällt. Die aktuelle Konstruktion schafft eine Art Knautschzone zwischen Motorhaube und dem darunter liegenden Motorenblock. Grund dafür ist die Forderung der Politik nach besserem Fussgängerschutz. Und schliesslich prägen die Front zwar schmale, dafür aber langgezogene Scheinwerferverglasungen.

Motorenkooperation mit BMW

Für den Antrieb kann der Kunde unter Benzin- und Dieselmotoren wählen, Letztere serienmässig ausgestattet mit Partikelfilter (siehe Kasten). Auffallend dabei ist, dass Peugeot die Hubräume der 308-Reihe klein hält, einige Motoren aber mit den neuen THP-Turbos (Turbo High Pressure) auflädt, um auf eine ansprechende Leistung zu kommen. So bringt es das stärkste Aggregat mit einem Hubraum von lediglich 1,6 l auf beachtliche 175 PS.

Die neuen Benzinmotoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 95 und 175 PS sind das Ergebnis einer Kooperation zwischen Peugeot, Citroën und der BMW Group. Die Bayern bauen diese Motoren vorerst in einigen Mini-Modellen ein. Auch für BMW 1er-Reihe ist der Einsatz möglich. Die Motoren kommen den Euro-5-Bestimmungen (CO2-Ausstoss 120 g/km) recht nahe und zeichnen sich durch deutlich niedrigere Verbräuche im Vergleich zu ihren Vorgängern aus. Und noch eines: Aufgrund der geplanten Abgasbestimmungen sind immer neue Verbindungen in der Automobilindustrie möglich, die vor Jahren kaum denkbar gewesen wären.