Die Renova Gruppe hat wie angekündigt die Vormeldung für ein öffentliches Übernahmeangebot für die Schmolz + Bickenbach AG (S+B AG) publiziert.

Die Beteiligungsgesellschaft des russischen Investors Viktor Vekselberg bietet demnach über ihre Tochterfirma Venetos Holding netto 2,85 Franken je S+B-Aktie mit einem Nennwert von 3,50 Franken, wie einem Inserat in der «NZZ» zu entnehmen ist.

Sollte die Kapitalerhöhung wie von der Generalversammlung vom vergangenen Freitag beschlossen durchgeführt werden, würde der durch den Verwässerungseffekt angepasste Angebotspreis bei noch 1,26 Franken je Aktie liegen.

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Venetos will den angepassten Angebotspreis voraussichtlich am ersten Börsentag nach dem von der S+B AG auf den 10. Juli 2013 angekündigten Kotierungstag der neu geschaffenen S+B-Aktien veröffentlichen und den Angebotsprospekt am 12. Juli. Die Angebotsfrist werde voraussichtlich vom 29. Juli bis am 26. August 2013 laufen. 

Hin und her: Zehnder will bleiben

Der amtierende Verwaltungsrats-Präsident Hans-Peter Zehnder, der von Renova und den Erben der Schmolz+Bickenbach-Gründer bekämpft wird, dementierte erneut seinen Rücktritt, der am Sonntag in einem Medienbericht vermeldet worden war: «Ich bleibe weiterhin Präsident des Verwaltungsrates», sagte er in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung», nachdem er vorher noch das Gegenteil verlauten liess.

Der bestehende Verwaltungsrat hatte am vergangenen Freitag an der Generalversammlung (GV) des Unternehmens seine Anträge durchgebracht, allerdings keine Décharge erhalten. Dabei durften die Firmenerben, die gut 40 Prozent am Konzern halten, auf Betreiben eines anderen Aktionärs nur mit 20 Prozent stimmen.

Die Erben unterlagen dem Verwaltungsrat an der GV mehrfach. Nach der GV am Freitagabend wurde bekannt, dass die Erben per Verkauf Renova den Einstieg mit 20,5 Prozent bei Schmolz+Bickenbach ermöglicht hatten. Als Gruppe kommen die Erben und Renova wieder auf einen Anteil von gut 40 Prozent.

Der Coup von Vekselberg

Renova erreichte am Wochenende die gerichtliche Blockierung der GV-Beschlüsse vom Freitag. Mit Vekselbergs Coup steht die Zukunft von Verwaltungsratspräsident Zehnder in Frage. Nächste wichtige Runde im Machtkampf um den Konzern dürfte eine weitere, diesmal ausserordentliche GV sein.

«Für die Investoren ist die aktuelle Entwicklung eine Überraschung», sagte Zehnder im AZ-Interview. Zehnder wartet nun darauf, wie sich Industrieinvestor Michael Pieper verhalten wird, über dessen Interesse an einem Aktienpaket von Schmolz + Bickenbach in den vergangenen Wochen spekuliert worden war.

Wie verhält sich Pieper

Dessen Beteiligungsgesellschaft Artemis will dem Vernehmen nach am Freitag über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Pieper war als möglicher Käufer von Aktienanteilen der Firmenerben im Gespräch gewesen. Pieper könnte als um Stabilität bemühter Investor nun aber auch dem bedrängten Verwaltungsrat zu Hilfe kommen.

Die Registersperre der GV-Beschlüsse vom Wochenende bedeutet auch, dass die von den Aktionären beschlossene Erhöhung des Kapitals um 330 Mio. Franken, mit denen teure Kredite abgelöst werden sollen, vorerst nicht durchgeführt werden kann.

Zehnder: «Operative Geschäft läuft gut»

Die Sperre dient laut Präsident Zehnder nicht dem Wohl der Firma. Unmittelbar bedroht sei Schmolz + Bickenbach aber durch die Streitigkeiten nicht: «Das operative Geschäft läuft so gut, dass alle Zinsen gezahlt werden können und auch sämtlichen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen werden kann», sagte er im Interview.

Sollte die Kapitalerhöhung wie von der Generalversammlung vom vergangenen Freitag beschlossen durchgeführt werden, würde der durch den Verwässerungseffekt angepasste Angebotspreis von Renova bei noch 1,26 Franken je Aktie liegen.

Renova will über Venetos den angepassten Angebotspreis voraussichtlich am ersten Börsentag nach dem von Schmolz + Bickenbach auf den 10. Juli angekündigten Kotierungstag der neu geschaffenen Aktien veröffentlichen. Die Angebotsfrist werde voraussichtlich vom 29. Juli bis am 26. August laufen.

(muv/chb/aho/sda/awp)