Jetzt ist klar: Viktor Vekselberg wird sich vor dem Eidgenössischen Finanzdepartement rechtfertigen müssen. Aus gut informierten Kreisen ist zu erfahren, dass auch gegen den russischen Investor, der Beteiligungen an den Schweizer Industriekonzernen OC Oerlikon und Sulzer hält, handfeste Beweise vorliegen, mit denen ein Verfahren eingeleitet werden konnte.

Der Hintergrund: 2007 gaben die Wiener Investoren Georg Stumpf und Ronny Pecik bekannt, zusammen mit Vekselberg knapp einen Drittel an Sulzer zu besitzen. Beim Aufbau der Beteiligung hätten die Investoren laut der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) Offenlegungspflichten verletzt. Bereits im Januar erhob die Aufsichtsbehörde Anzeige gegen Pecik und Stumpf.

Vekselbergs Sprecher Daniel Grotzky sagt zum laufenden Verfahren: «Herr Vekselberg tritt allen Vorwürfen entschieden entgegen.» Dessen Beteiligungsfirma Renova habe zu jedem Zeitpunkt dafür Sorge getragen, dass in ihrem Verantwortungs- und Einflussbereich alle seinerzeit geltenden Bestimmungen eingehalten worden seien.

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NZB will «nach vorne blicken»

Zu einem Sesselrücken kommt es bei der Neuen Zürcher Bank (NZB), die ebenfalls in der Sulzer-Affäre involviert war. So rügt die Finma die Bank wegen «Verletzung aufsichtsrechlichter Pflichten». Geschäftsführer Martin Eberhard muss seinen Hut nehmen. Zudem gibt die Bank ihre Selbstständigkeit auf und wird von der Bank Sarasin mehrheitlich zu einem nicht genannten Preis übernommen. «Jetzt blicken wir nach vorne», sagt der neue Geschäftsführer Frank Gut, bisheriger NZB-Finanzchef, zur «Handelszeitung». Damit meint er auch die Aufgabe des Private Banking, was das Geschäftsergebnis nur geringfügig tangiert. «Die NZB war schon immer in erster Linie ein erfolgreicher Broker. Nur der kleinere Teil unserer Belegschaft war im Private Banking tätig», sagt Gut. Mit dem klaren Fokus auf das Brokerage wolle die NZB ihre Position weiter stärken.