Nächstes Runde im Machtkampf um Schmolz+Bickenbach: Der vom Milliardär Viktor Vekselberg kontrollierte Grossaktionär Renova und die Schmolz+Bickenbach KG stellen Kandidaten für die Neuwahl des Verwaltungsrates im September vor.

«Derzeit ist ein Verwaltungsrat mit sieben Mitgliedern geplant» schreibt Renova in einer Mitteilung vom frühen Abend. Bei der Neubesetzung des Verwaltungsrates sollten Renova und KG als Hauptaktionäre angemessen vertreten sein. «Damit die Anliegen der Publikumsaktionäre respektiert sind, sollen unabhängige Mitglieder im neuen Verwaltungsrat in der Mehrheit sein. Zudem soll der Verwaltungsrat von einem unabhängigen Präsidenten geführt werden», heisst es weiter.

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Als unabhängige Kandidaten nominiert werden die beiden Deutschen Michael Büchter (Head of Metal Desk und Mitglied der Geschäftsleitung der ING Belgium in Genf) und Edwin Eichler (Mitglied in den Vorständen von SGL Carbon, Heidelberg Printing und SMS Siemag, bis Ende 2012 Mitglied im Vorstand von Thyssen Krupp und CEO Thyssen Krupp Steel Europe).

Kuznetsov dabei

Als Vertreter von Renova werden vorgeschlagen der russische Vertraute von Viktor Vekselberg, Vladimir Kuznetsov (seit 2007 Verwaltungsrat bei Sulzer, seit 2004 Managing Director von Renova, 2008 bis 2011 VR-Präsident von OC Oerlikon), sowie der Schweizer Marco Musetti (seit 2011 Verwaltungsrat bei Sulzer, Aufsichtsrat bei Renova).

Als Vertreter der S+B KG, die für die Firmenerben des Stahlkonzerns steht, ist der deutsche Geschäftsführer der Schmolz+Bickenbach GmbH & Co KG Oliver Thum vorgesehen. Zwei weitere unabhängige Kandidaten soll später vorgestellt werden.

«Welt»: Eichler Favorit für den Vorsitz

Wie die deutsche «Welt» berichtet, soll der ehemalige Stahlvorstand des Dax-Konzerns Thyssen Krupp, Edwin Eichler, beste Chancen auf den Vorsitz des Verwaltungsrates haben. Die Verpflichtung Eichlers sei ein grosser Erfolg für Vekselberg, so die Zeitung.

Der russische Milliardär hatte in den vergangenen Monaten seinen Anteil an Schmolz + Bickenbach aufgestockt – und war dabei zum Teil auf den Widerstand  des bestehenden Verwaltungsrat um dessen Vorsitzenden Hans-Peter Zehnder gestossen. Vekselberg will eine millionenschwere Kapitalerhöhung durchsetzen, um den Konzern von Schulden zu befreien. Dies würde seine Macht deutlich ausweiten.

(tno/vst)