Sulzer hatte den Beschichtungstechnik-Spezialisten Metco im Juli zum Verkauf gestellt und nach Angaben von Insidern in der vergangenen Woche Verkaufsunterlagen verschickt.  Insidern zufolge rechnet Sulzer mit einem Kaufpreis von mindestens 800 Millionen Franken. Oerlikon bestätige nun erstmals seine Teilnahme am Auktionsverfahren. Eine solche Mitteilungen zu Beginn eines Bieterprozesses ist ungewöhnlich. Der Oerlikon-Konzern begründete sein Vorgehen mit Meldevorschriften der Schweizer Börse.

Oerlikon und Sulzer sind indirekt verbunden. Der russische Investor Viktor Vekselberg hält über Beteiligungsgesellschaften gut 30 Prozent an Sulzer und fast 50 Prozent an Oerlikon. In den Verwaltungsräten der beiden Konzerne sitzen Vertreter der Schweizer Vekselberg-Beteiligungsgesellschaft Renova. Deren Cef Vladimir Kusnetsov ist Vizepräsident des Sulzer-Verwaltungsrates und Renova-Mann Tim Summers ist Oerlikon-Präsident. Oerlikon betonte in seiner Mitteilung, der Konzern verfüge über klare Richtlinien für Transaktionen mit verbundenen Parteien.

Von einer Tasche in die andere

Die Oerlikon-Mitteilung impliziere gleichwohl nicht, dass der Konzern den Zuschlag bei Metco bekommt, auch wenn der Konzern über die finanziellen Möglichkeiten für eine solche Transaktion verfüge, warnte der Vontobel-Analyst Michael Foeth. Bei einem Metco-Verkauf von Sulzer an Oerlikon würde aus der Sicht von Renova lediglich Geld von einer Tasche in die andere wandern, sagte ein Händler. Ende Juli verpfändete Vekselberg Aktien von Oerlikon und Sulzer für einen dreijährigen Kredit über eine Milliarde Franken eines Bankenkonsortiums, in dem auch Credit Suisse vertreten ist.

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Insidern zufolge sprach Sulzer wegen Metco auch Mitbewerber wie die britische Bodycote, die US-Firma Praxair oder die japanische IHI Corp an. Auf ein Kaufinteresse abgeklopft wurden den Insidern zufolge auch Finanzinvestoren wie Clayton Dubilier & Rice, EQT, Carlyle, CVC, Bain, Permira und Advent.

(reuters/se/jev)