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Euro-6-Norm
Verbrauch rückt ins Zentrum

(Bild. Bruno Arnold)

Mit der Übernahme nochmals verschärfter Emissionsvorschriften leisten Nutzfahrzeuge einen wirksamen Beitrag zur Reduktion der Schadstoffe. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft.

Von Kurt Bahnmüller
am 02.10.2013

Mit der Euro-6-Norm, die auf Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, wurde ein Reduktionspotenzial für Emissionen von Nutzfahrzeugen erreicht, welches mit vernünftigem technischem Aufwand nicht mehr gesteigert werden kann. Ein Lastwagen mit einem Euro-6-­Triebwerk stösst über 95 Prozent weniger Schadstoffe aus als Fahrzeuge, die vor zehn Jahren in Betrieb standen. Nach Erreichen dieses tiefen Standards wird der Fokus seitens der Politik und der Öffentlichkeit auf dem CO₂-Ausstoss liegen, der ja indirekt mit dem Treibstoffverbrauch gekoppelt ist. Das geringe Schadstoffniveau kann nochmals unterboten werden, indem der Verbrauch des Nutzfahrzeuges weiter gesenkt wird. Konkret heisst das: Massnahmen zur weiteren Reduktion des Verbrauchs heutiger Dieselmotoren rücken ins Zentrum der Bemühungen aller Nutzfahrzeughersteller. Der Lastwagen der Zukunft muss damit noch schadstoff­ärmer unterwegs sein als heute. Denn man muss sich bewusst sein, dass das Emissionsniveau zwar deutlich reduziert wurde, mit der weiteren Zunahme des Güterverkehrs aber ein Teil der ­Reduktionen wieder kompensiert wird.

Der Dieselmotor weist nach wie vor Entwicklungspotenzial auf. Seine Effi­zienz lässt sich mit verschiedenen Massnahmen weiter verbessern. Dazu zählt etwa eine zusätzliche Optimierung des Verbrennungsvorgangs mit noch höherem Einspritzdruck, optimierten Brennräumen und Ladeluftkühlung. Des Weiteren tragen auto­matische Getriebe, kombiniert mit ­Tele­matik, zu Verbrauchssenkungen bei. Auch optimierte Nebenaggregate, abschaltbare Luftkompressoren sowie eine motorlastabhängige Ölpumpenleistung führen zu reduzierten Verbrauchswerten.

Im Bestreben, noch weitere Verbrauchssenkungen zu realisieren, sind die ­Nutzfahrzeughersteller intensiv damit ­beschäftigt, Diesel- wie auch Benzinmotoren technisch weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden alternative Antriebssysteme entwickelt und getestet. Dazu zählen Gas- sowie Hybrid­motoren, aber vermehrt auch der Elek­troantrieb für Nutzfahrzeuge. Letzterer ­allerdings eignet sich aufgrund der nach wie vor begrenzten Batteriekapazitäten am ehesten für den Kurzstrecken-Verteilverkehr, allem voran in den Ballungsgebieten. Eine weitere Möglichkeit sind alternative Treibstoffe wie etwa Biodiesel, sofern dieser aus tierischen Abfällen oder etwa aus gebrauchtem Pommes-frites-Öl gewonnen wird.

Das Nutzfahrzeug wird auch in Zukunft das wichtigste Verkehrsmittel im Güterverkehr bleiben. Umso wichtiger sind technische Fortschritte im Bestreben, die Umwelt weiter zu entlasten.

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