Mit Razzien in mehreren Städten hat die italienische Polizei heute bei der Traditionsbank Monte dei Paschi Ermittlungen eingeleitet. Dabei geht es um den Verdacht des Insiderhandels. Zudem beschlagnahmte die Polizei weitere 6 Millionen Euro vom inhaftierten Ex-Finanzchef Gian Luca Baldassarri und weiteren Verdächtigten - im vergangenen Monat waren es schon einmal 40 Millionen Euro gewesen.

Anlass der neuen Untersuchung sind der Polizei zufolge an die Presse gestreute Details aus der Geschäftsleitungssitzung in der vergangenen Woche. Die Führung der ältesten Bank der Welt beschloss dabei, im Zusammenhang mit hohen Derivate-Verlusten zwei ehemalige Manager sowie die japanische Investmentbank Nomura und die Deutsche Bank auf Schadenersatz zu verklagen. Monte Paschi wollte sich zunächst nicht zu den neuen Vorwürfen äussern.

Die drittgrösste Bank des Landes steckt in der schwersten Krise ihrer über 500 Jahre alten Geschichte. Im Zentrum der Probleme stehen komplexe Derivate-Geschäfte, die zu einem Verlust von 730 Millionen Euro führten. Der Staat musste bereits mehr als vier Milliarden Euro in die Bank pumpen, um die Kapitalbasis zu stärken.

(tno/rcv/sda)