ANLAGEN. Die Finanzgemeinde ist verunsichert, in eigener Sache quasi. Monatelang bereits sorgt der Schwelbrand namens «Subprime» für Ängste bei den Banken und anderen Finanzinstituten. Immer wieder lodert das Feuer auf, wie zuletzt beim Milliardenabschreiber der UBS. Die Sache mit den faulen Krediten aus dem amerikanischen Hypothekenmarkt ist noch längst nicht ausgestanden, und das drückt nachhaltig auf die Stimmung. Schreckensszenarien werden aufgetischt, die ohne Kreditkrise wohl in der Versenkung geblieben wären. Dabei geht vergessen, dass sich die Weltwirtschaft bis anhin von den Turbulenzen im Sektor Financials wenig beeindruckt zeigte.

Auch der Aktienmarkt hat die Kurskorrekturen bei Banken und Versicherungen erstaunlich gut weggesteckt. Euphorie ist an den internationalen Finanzmärkten keine auszumachen, doch zu Panikreaktionen kam es bei den Akteuren ebenso wenig. Das sind solide Grundlagen für 2008. Die Prognosen fallen, anders als vor Jahresfrist, allerdings weit verhaltener aus. Bei der «Handelszeitung»-Umfrage unter den Aktienspezialisten Schweiz lässt sich trotz vielen Vorbehalten eine positive Meinung ausmachen. Einzelne glauben gar, der SMI Index werde im kommenden Jahr die magische Marke von 10000 Punkten durchbrechen. Fast unisono ist bei den Statements der Chefökonomen und Analytiker der Hinweis auf Aktien enthalten, die sich auch 2008 als wichtigste Anlageklasse aufdrängen würden. An Liquidität jedenfalls mangelt es nicht. Die Notenbanken pumpen derzeit viel Geld ins System, das zu grossen Teilen in Risikopapieren investiert wird. Das wird dem Aktienmarkt eine Stütze sein, zumindest in der ersten Jahreshälfte. Danach wird die Zinsentwicklung für ein neues Umfeld sorgen. Auch wenn die wichtigsten Zentralbanken derzeit die Leitzinsen zugunsten der konjunkturellen Stabilisierung zurücknehmen, ist dies kein Dauerzustand. Die Zinswende ist längst vollzogen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wann die Zinsen wieder deutlich aufwärts streben. Allein die inflationären Kräfte werden im kommenden Jahr auch die Zinsniveaus nach oben drücken. Mit einem klaren Zinstrend rücken die Obligationen wieder in den Vordergrund. Sie wurden jüngst vernachlässigt und warten nur auf eine Renaissance. Einfachheit und Transparenz werden die Schlagworte sein, mit denen die Privatanleger 2008 ans Werk gehen. Das gilt auch für die Produkte aus der Finanzindustrie. Das Risikomanagement hat überall eine neue Qualität gewonnen.