Im Zuge der angestrebten Übernahme von Teilen der Air Berlin Gruppe hat Lufthansa heute weitere Zugeständnisse gemacht. Die Transaktion wird aktuell von der EU-Kommission als zuständiger Kontrollinstanz geprüft. In der ersten Phase hatte Lufthansa bereits umfangreiche Zusagen insbesondere durch den Verzicht auf Slots angeboten. Die Kommission beurteilt diesen Schritt als nicht ausreichend und hat signalisiert, dass eine Übernahme von Niki nicht genehmigungsfähig sei.

«Auf Basis dieser Einschätzung wird eine Übernahme von Niki durch Eurowings nicht weiterverfolgt», schreibt Lufthansa in einer Mitteilung am Mittwoch. Lufthansa habe Air Berlin informiert, dass sie aufgrund dieser zu erwartenden Restriktion die geplante Transaktion «ohne den Erwerb von Niki» weiterverfolgen wird.

Von dem ursprünglich vereinbarten Kaufpreis für Niki wurde dem Unternehmen bereits ein Teil als Brückenfinanzierung zur Verfügung gestellt. Die nicht ausgezahlten Kaufpreiskomponenten würden nun für diesen organischen Kapazitätsaufbau in den Märkten von Niki genutzt, so Lufthansa. Der Entscheid brachte Niki ins Strudeln: Nach Angaben der Berliner Justiz ist die Airline damit zahlungsunfähig. Es sei ein Insolvenzantrag eingegangen, sagte eine Gerichts-Sprecherin am Mittwochabend.

Easyjet erhält grünes Licht

Ein weiterer Deal bekommt aber grünes Licht. Die EU-Kommission erlaubt Easyjet den Kauf von Teilen der insolventen Air Berlin ohne Auflagen. Man sei zum Schluss gekommen, dass die Übernahme den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt nicht negativ beeinflussen würde, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

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Der britische Billigflieger ist in erster Linie am Air-Berlin-Geschäft am Hauptstadtflughafen Berlin-Tegel interessiert und will dort bis zu 25 Maschinen unter seine Fittiche nehmen. Easyjet kündigte den 40 Millionen Euro schweren Deal im Oktober an. Reuters berichtete vor einer Woche unter Verweis auf Insider über die bevorstehende Freigabe durch die EU-Wettbewerbshüter.

 

Das Urteil der EU-Kommission über die geplante Übernahme von weiteren 80 Air-Berlin-Fliegern durch die Lufthansa wird am 21. Dezember erwartet.

 

(sda/tdr)