Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hat in seiner Sitzung vom Donnerstag grünes Licht für die sogenannte öV-Karte gegeben. Das will die Zeitung «Der Sonntag» erfahren haben. 

4 Millionen Menschen haben heute in der Schweiz irgendein Abonnement für Bahn, Bus oder Tram. Sie werden nun künftig laut dem «Sonntag» alle dieselbe Karte haben. Diese Karte lasse sich mit den diversen Angeboten laden – Halbtax- oder Generalabos und auch Einzelbillette.

Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) habe die umstrittene öV-Karte aufgegleist. Das bestätigen Beteiligte dem «Sonntag». Die VöV-Mitglieder, also praktisch alle Transportunternehmen, müssten einheitliche Kontrollgeräte für die neue Karte anschaffen.

Zwar soll an der Sitzung kontrovers diskutiert worden sein. Denn vor allem die kleinen Transportunternehmen befürchteten hohe Investitionskosten. Doch wichtige Verbandsmitglieder wie die SBB, BLS, Rhätische Bahn und der Tarifverbund Nordwestschweiz setzten sich erfolgreich für die neue Einheitskarte ein. 

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In einem ersten Schritt soll diese neue Kundenkarte die heutigen Abokarten ersetzen. Ziel sei, damit die «nahtlose Erneuerung bei GA und Halbtax» zu erreichen. Die Abonnements sollen künftig automatisch weiterlaufen, wenn sie nicht gekündigt werden.

Das sei günstiger und binde die Kunden. Später sollen die öV-Karten zusätzliche Aufgaben übernehmen. Den Verkehrsunternehmen schwebe eine «Mobilitätskarte» vor, die bis hin zum Skilift-Zugang alle möglichen Funktionen auf sich vereinen könnte. Auch Einzelbillette könnten auf der Karte gespeichert werden und müssten nicht mehr auf Papier ausgegeben werden.

Noch entscheidender aber sei: Laut Papieren von SBB und VöV sei das System öV-Karte Grundvoraussetzung, um leichter mit den Preisen spielen zu können. Rabatte zu Zeiten mit wenig Pendlern oder Zuschläge für überfüllte Züge sollten sich dank der neuen Systeme einfacher umsetzen lassen.

Der Entscheid zur öV-Karte bilde den «Startschuss Richtung E-Ticketing», schrieb der Verband dem Bundesamt für Verkehr.

(muv)