EBAY INTERNATIONAL.

In Las Vegas trifft sich diese Woche alles, was in der Computerwelt Rang und Namen hat. An der Consumer Electronics Show kursieren Informationen zu Ebay International und ihrem Standort Bern: Die weltweit grösste Plattform für Internetauktionen wolle Bern verlassen, heisst es aus gut informierten Unternehmenskreisen.

«Diese Informationen erstaunen mich, uns sind keine derartigen Pläne bekannt», sagt Sabine Schneider, Kommunikationschefin von Ebay International in Bern. Es seien nicht nur Steuerbedingungen von Bedeutung, sondern auch andere Kriterien, wie zum Beispiel die Attraktivität der Schweiz für die internationale Belegschaft.Dass genau dieses Kriterium für Bern zieht, bezweifelt ein ehemaliger Mitarbeiter von Ebay International, der nicht mit Namen genannt werden möchte: Bern sei der schlechteste Standort aller Ebay-Standorte auf der Welt, sagt er.

«Ausgezeichneter Kontakt»

Ebay International (Nettoumsatz 2006: 2,84 Mrd Dollar) beschäftigt in Bern rund 100 Mitarbeitende aus 23 Nationen in den Bereichen Finance, Human Resources, Legal Communication, Advertising. Auch Ebay Schweiz ist unter dem gleichen Dach. Ebay International, die ihren Sitz seit 1999 in Bern hat, ist ein Vorzeigeunternehmen der Berner Standortförderung. In der Regel sind Steuervorteile, die Kantone gewähren, um internationale Konzerne anzuziehen, auf rund zehn Jahre beschränkt. «Wir stehen mit der Wirtschaftsförderung des Kantons Bern in ausgezeichnetem Kontakt», betont Schneider. Die Kommunikationschefin kann allerdings nicht sagen, ob und wann die im Jahr 1999 verhandelten Steuererleichterungen neu verhandelt werden müssen.Dieser Zeitpunkt könnte zum Knackpunkt für den Standort Bern werden. Der Hauptstadt fehlen internationale Flugverbindungen. Dass ein Standort wie Zürich für Konzerne wie Ebay auch attraktiv ist, liegt auf der Hand, zumal in Zürich mit Google bereits ein anderes erfolgreiches Internetunternehmen angesiedelt ist.

Anzeige

«Wir wären froh»

«Wir hatten keinen Kontakt mit Ebay», sagt Benno Seiler, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich. In der Schweiz sei es unter Wirtschaftsförderern tabu, einander internationale Konzerne aktiv abzuwerben. Seiler sagt aber auch: «Wir würden uns natürlich freuen, hätten wir neben Google auch einen Konzern wie Ebay in Zürich.»