Sinken die Aktienkurse, entdecken Investoren die Vorzüge anderer Anlageklassen. So gelten seit der letzten Finanzkrise Immobilienanlagen plötzlich wieder als attraktiv. Und seit die Rohstoffpreise anziehen, wünscht sich manch ein Anleger, er hätte schon früher den Mut gehabt, in diesen Markt einzusteigen.

Dass die Investorenkarawane immer wieder die Richtung wechselt, um dann dennoch die immer gleichen Oasen anzusteuern, ist kaum zu vermeiden. Verhindern lässt sich jedoch eines: Dass sich die Anleger auf den Weg machen, ohne die Route zu kennen und ohne zu wissen, mit welchen Mitteln sie ihr Ziel erreichen.

Aus diesem Grund legt dieser Special zwei Schwerpunkte. Im ersten Teil nimmt er das «Wie» der Rohstoffinvestition genauer unter die Lupe: Was genau soll man eigentlich kaufen, wenn man in die Rohstoffmärkte einsteigen will? Eine oft gewählte Lösung ist es, auf Aktien zu setzen, die einen Bezug zu den Rohstoffmärkten haben. Doch diese Strategie hat ihre Tücken: Denn mit dem Aktienkauf handelt man sich gleichzeitig Unternehmens- und Aktienmarktrisiken ein, denen man mit einer Direktinvestition in Rohstoffe entgeht. Die Umweltkrise rund um die gesunkene Bohrplattform der seit kurzem in der Schweiz kotierten Transocean zeigt, was die Folgen sein können.

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Wer darum beschliesst, direkt in Rohstoffe zu investieren, wählt damit aber nicht keine, sondern einfach nur andere Risiken. Zwar werden heute täglich neue Produkte auf die Märkte geworfen, mit denen sich in Rohstoffe investieren lässt. Doch ob ETF, ETC oder ETN: Klärt der Anleger nicht genau ab, was sich hinter den Kürzeln versteckt, holt er sich nicht nur Rohstoffe ins Depot, sondern Risiken, die kaum kalkulierbar sind.

Neben dem «Wie» ist das «Was» die zweite grosse Frage auf den Rohstoffmärkten. Sie steht im Zentrum des zweiten Teils des Specials. Im vergangenen Jahr erzielte Kupfer den höchsten Kurszuwachs seit 20 Jahren. Haben andere Rohwaren ähnliches Potenzial? Eine generelle Markteinschätzung deutet darauf hin, dass die Erholung der Rohstoffmärkte nachhaltig ist, weil sich die Nachfrage nicht nur in den Schwellenländern stabilisiert. Investitionen in einzelne Rohstoffe bedingen aber dennoch genaue Abklärungen. So sind die Industriemetalle dank hoher Nachfrage aus China teurer geworden. Doch was, wenn China primär seine Lager gefüllt hat? Und ein anderes Beispiel: Der Zuckerpreis ist in letzter Zeit zerfallen. Doch dieser hängt stark von den Monsunregen ab - er kann also durchaus auch wieder steigen.