Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) trennt sich von Teilen der Tochter Hyposwiss. Der neue Besitzer des Osteuropa- und Lateinamerika-Geschäfts ist die Banque Privée Espírito Santo. Das Osteuropa-Geschäft wird an die Privatbank Falcon verkauft. Die Genfer Niederlassung der Hyposwiss geht an die Mirelis Invest Trust. 

Die SGKB begründete den Verkauf mit den «gegenwärtigen fundamentalen Veränderungen im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft». Über den Verkaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

handelszeitung.ch: Bei den US-Kundengeldern haben Sie noch 2008 einen Anstieg verzeichnet. Steht der Teilverkauf der Hyposwiss nun im Zusammenhang mit dem Steuerstreit?
Roland Ledergerber: Nein. Wir befinden uns seit 2011 in einem Bereinigungsprozess bei den Vermögen von US-Kunden. Der Bestand liegt heute fast bei null. Was noch übrig ist, sind Kleinstmengen und nicht Anlagevermögen im grossen Stil.

Dennoch ändern Sie Ihre Strategie grundlegend. War der Kauf der Hyposwiss ein Fehler?
Wir passen unsere Strategie an und konzentrieren uns auf den Heimmarkt. Das Geschäft im Ausland ist aufwendiger geworden. Aber der Kauf war kein Fehler, denn von 2002 bis 2008 hat die Hyposwiss einen ordentlichen Gewinn eingebracht. Dass sich die Finanzwelt danach gedreht hat, dafür können wir nichts.

Sind Sie trotzdem froh, sich von der Marke zu trennen? Im Machtkampf zwischen Herrn Deripaska und Herrn Potanin hat sie ja durchaus gelitten.
Wir sind nicht froh, wenn wir uns von Mitarbeitern und Geschäftspartnern trennen müssen. Die Hyposwiss hat gut gearbeitet, auch wenn es Reputationsrisiken gab. Und de facto gab es in diesem Fall nie eine Anklage gegen die Hyposwiss oder die SGKB. Das Ganze war kein Aspekt des Verkaufs.

Warum bleiben Sie in Deutschland aktiv, was ja auch kein einfacher Markt ist?
In Deutschland bauen wir sogar aus, weil dies als Grenzkanton ein traditioneller Markt für uns ist. Und welcher Markt ist heute nicht schwierig?

Wie viele Stellen fallen bei Ihnen durch den Verkauf weg?
Wir werden 140 Personaleinheiten weniger haben, was äquivalent ist zu 140 Vollzeitstellen. Darunter fallen die Abgänge zu den Käufern sowie der Abbau von 23 Stellen im Backoffice in Zürich.

Privatbanken haben es zurzeit nicht leicht in der Schweiz. War es schwierig, Käufer für die Hyposwiss-Teile zu finden?
Das ist für jede Schweizer Bank derzeit schwierig. Gedauert hat es rund ein halbes Jahr: Der Grundsatzentscheid ist Ende 2012 gefallen, unterzeichnet haben wir die Verträge am Mittwoch.