Die Londoner Vermögensverwalterin Decura verklagt die UBS. Weil die Grossbank ihr Investment Banking zurückgefahren habe, generiere das im Frühling 2012 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Decura IM Investments viel zu geringe Erträge.

Es geht bei der Kooperation um die Kontenverwaltung und «algorithmische Strategien» von Decura für UBS-Investmentbank-Kunden. Geplant gewesen sei ein Jahresumsatz von rund 200 Millionen Dollar, schreibt Decura in der beim Handelsgericht in London eingereichten Klageschrift, wie die Zeitung «Financial Times» berichtet.

UBS winkt ab

Die UBS weist die Vorwürfe zurück. Es bestehe keine Verpflichtung auf ein Mindestmass an Einnahmen aus der Kooperation, hiess es bei der Bank auf Anfrage. Die Neuausrichtung ihres Investment Bankings habe keinen materiellen Einfluss auf ihre Kapazität zur Vermarktung der Decura-Dienste.

Laut dem Bericht generierte die UBS zwischen 1. August 2013 und 31. Januar 2014 lediglich 230'000 Pfund (rund 0,39 Millionen Dollar) aus «algorithmischen Strategien». Decura fordere daher die Kündigung der exklusiven Zusammenarbeit, womit die UBS den auf 100 Millionen Dollar bezifferten Anteil der Briten am Joint Venture kaufen müsse.

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Entscheid Ende Jahr

Decura war im Jahr 2012 vom ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Vishal Gupta gegründet worden. Zu den Partnern gehört laut Angaben der Internetseite auch der ehemalige Goldman Sachs- und UBS-Investment-Banker Chul Chung. Der Entscheid des Londoner Handelsgerichts wird gegen Ende Jahr erwartet.

(sda/dbe)