Die Schweiz besitzt als international führender Innovationsstandort für hochspezialisierte Produkte und wissensintensive Dienstleistungen ideale Voraussetzungen, Cleantech-Produkte und -Services für globale Märkte zu entwickeln und zu vermarkten.

Aufgrund ihrer Heterogenität verfügte die Branche bislang jedoch nur über eine geringe internationale Präsenz. Hier setzt Cleantech Switzerland an: Die Exportplattform bietet Schweizer KMU Dienstleistungen, die ihnen den Eintritt in die relevanten Cleantech-Märkte weltweit erleichtern.

Erste Erfolge

Ein Beispiel: Südafrikas Energiebedarf steigt kontinuierlich. Um diesen Bedarf decken zu können, sind Cleantech-Profis gefragt. Cleantech Switzerland organisierte deshalb eine Fact-Finding-Mission für südafrikanische Firmenvertreter. Im Zentrum des fünftägigen Aufenthaltes standen die Themen Wasseraufbereitung und Energieeffizienz. Die Delegation besuchte im September 2010 Schweizer Unternehmen, Forschungsanstalten, Hochschulen, Verbände und Behörden, die im Bereich Cleantech tätig sind. Für ein zweites Projekt werden Experten für Wind- und Solartechnologie gesucht, welche technisches, finanzielles und rechtliches Know-how nach Südafrika bringen sollen.

Scouting-Netzwerk aufgebaut

In den USA, in Kanada, in China und in Indien hat die Exportplattform ein Scouting-Netzwerk aufgebaut. Die Beobachtungsaktivitäten umfassen den Einsatz von Fachexperten, welche für Schweizer KMU potenziell interessante Projekte identifizieren und diese an die in der Schweiz tätigen Senior Industry Advisors zur weiteren Beurteilung herantragen.

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Konkret heisst das für Nordamerika, dass die für die Marktbearbeitung relevanten Geschäftskontakte geknüpft und erste für Schweizer KMU interessante Projekte im Bereich Biogas identifiziert sind. Cleantech stand auch bei der 12. Joint Economic Commission, der gemischten Wirtschaftskommission Schweiz-Indien, ganz oben auf der Agenda. Eine offizielle Delegation mit indischen Regierungsvertretern besuchte Cleantech-Unternehmen in der Schweiz.

Am Cleantech-Switzerland-Tag an der Expo 2010 in Schanghai anlässlich des Besuches von Bundespräsidentin Doris Leuthard wurde die Exportplattform in China offiziell lanciert. Im Anschluss wurden drei Abkommen zwischen chinesischen Investoren und Vertretern der Schweizer Wirtschaft unterzeichnet, die Aufträge für Schweizer KMU zur Folge haben. So soll mit Schweizer Know-how ein Naherholungszentrum westlich von Peking errichtet werden; im Osten der chinesischen Hauptstadt plant eine Schweizer Projektgemeinschaft eine moderne Altersresidenz mit neuester Gebäude- und Energietechnik. Und OC Oerlikon Solar hat Verhandlungen über einen Auftrag zur Lieferung einer Dünnschichtsilizium-Produktionsanlage erfolgreich abgeschlossen.

Vertragsabschlüsse als Hauptziel

Cleantech Switzerland bietet Schweizer KMU aus dem Cleantech-Sektor Informationen, Dienstleistungen und Kontakte mit dem Ziel, im Ausland Aufträge zu generieren. Für die Marktbearbeitung zentral ist das Webportal mit einer Unternehmensdatenbank, wo sich Cleantech-Firmen kostenlos registrieren und so in den Exportmärkten präsentieren können. Zu diesen Märkten mit hohem Absatzpotenzial gehören Nordamerika, China, Indien sowie Grossbritannien und Polen. Selektiv sollen auch Spezialmärkte wie Ungarn, Türkei, die Golfstaaten oder Mexiko bearbeitet werden.

Die Exportplattform stützt sich sowohl auf eigene Ressourcen als auch auf das Wissen und Know-how von Schweizer Aussenstellen wie diplomatischen Vertretungen, Swiss Business Hubs und Handelskammern. Mitglieder des Vereins Cleantech Switzerland sind Verbände mit Zugang zu Cleantech-Unternehmen. Cleantech Switzerland wurde vom Schweizer Aussenwirtschaftsförderer Osec im Auftrag des Bundes entwickelt und ist seit Juli 2010 in Betrieb.