Die Revisionsaufsichtsbehörde RAB prüft eine Verschärfung der Meldepflichten für Wirtschaftsprüfer. «Wir planen, die Meldepflicht für Revisionsgesellschaften im Bereich Zusatzdienstleistungen zu verschärfen», sagt RAB-Direktor Frank Schneider gegenüber der «Handelszeitung». Konkret müssen die Wirtschaftsprüfer künftig melden, wenn sie von einer Firma mehr Honorare aus Zusatzberatungen erhalten als für die eigentliche Revision.

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Unabhängigkeit stärken

Damit will die Behörde «die Erfassung von Risiken im Bereich der Unabhängigkeit» verbessern, wie es im Begleitbrief zur laufenden Vernehmlassung heisst. Die Meldepflicht gab es in abgeschwächter Form bereits zuvor. Doch bis anhin mussten die Wirtschaftsprüfer nur melden, falls sie für Zusatzdienstleistungen dreimal mehr Geld erhielten als für den Revisionsauftrag.

Das Thema hat an Aktualität gewonnen, seit klassische Prüfgesellschaften verstärkt im Beratermarkt expandieren. Beobachter weltweit sorgen sich um die Unabhängigkeit der Revision, wenn Prüfgesellschaften von Revisions-Kunden gleichzeitig substanziell Honorare für andere Beratungen erhalten.

In der Vergangenheit mehrmals interveniert

In der Schweiz untersteht die Branche der Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB. Zur Situationsagt RAB-Direktor Frank Schneider: «In wenigen Fällen hat die RAB grobe Unabhängigkeitsverletzungen im Zusammenhang mit Zusatzdienstleistungen bei Revisionsunternehmen identifiziert.» Das seien zwar Ausnahmen. Aber die Behörde habe in der Vergangenheit trotzdem bei den staatlich beaufsichtigten Revisionsunternehmen mehrmals interveniert und sogenannte Feststellungen verfasst. «Wir beanstandeten in mehreren Fällen, dass Revisionsgesellschaften zu wenig tief abklärten, ob ihre Angebote für Zusatzdienstleistungen die Unabhängigkeit des Audit-Mandats gefährden könnten», sagt RAB-Direktor Frank Schneider. Die Intervention habe jeweils zu Anpassungen bei den Prozessen der Revisionsgesellschaften geführt.

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