Die Allianz steuert in diesem Jahr trotz der Formschwäche ihrer Vermögensverwaltung auf einen Rekordgewinn zu. Im Gesamtjahr werde weiter ein operatives Ergebnis von 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro angepeilt, wobei das obere Ende der Spanne in Reichweite sei, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann am Freitag. Im zweiten Quartal übertraf Europas grösster Versicherer die Markterwartungen deutlich. Dabei half, dass es relativ wenig Naturkatastrophen gab, was das Schaden- und Unfallgeschäft beflügelte.

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Die Vermögensverwaltung schnitt dagegen abermals schwächer ab. Die Kunden ziehen weiter Milliarden von der US-Fondstochter Pimco ab. Die Mittelabflüsse gehen aber ganz langsam zurück. Das macht der Allianz Hoffnung für die kommenden Monate.

Vermögensverwaltung drückt das Ergebnis

Das operative Ergebnis stieg im abgelaufenen Quartal um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich um elf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Allianz-Aktie notierte vorbörslich kaum verändert.

Die Vermögensverwaltung um die kalifornische Fondstochter Pimco und die Investmentlegende Bill Gross war jahrelang der grösste Wachstumstreiber im Konzern. Doch seit viele Pimco-Fonds im Niedrigzinsumfeld enttäuschen, laufen die Kunden scharenweise davon. In den vergangenen drei Monaten summierten sich die Nettomittelabflüsse allein bei Pimco auf über 20 Milliarden Euro, während die kleinere Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) zulegen konnte.

Pimco muss Anlageperformance verbessern

Nach Ansicht von Finanzchef Dieter Wemmer ist der Boden jedoch erreicht. «Der Schlüssel für die künftige Entwicklung von Pimco ist die Anlageperformance», betonte er. «Diese liegt auf einem sehr hohen Niveau.» Insgesamt schrumpfte das operative Ergebnis der Vermögensverwaltung um 16 Prozent auf 675 Millionen Euro.

Dagegen kam dieses Mal rund die Hälfte des Konzernergebnisses aus der Schaden- und Unfallversicherung - die Sparte legte um 14 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu. Naturkatastrophen kosteten nur 172 Millionen Euro (Vorjahr: 549 Millionen Euro) - massgeblich war das Sturm «Ela», der im Juni über Belgien, Frankreich und Deutschland hinweggefegt war. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 94,6 Prozent. Bei Werten von unter 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung noch durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Das Ergebnis in der Lebens- und Krankenversicherung stieg um 47 Prozent auf 984 Millionen Euro, ein neuer Höchststand. Überraschend robust entwickelte sich trotz der Zinsflaute das Lebensversicherungsgeschäft. Denn die Allianz ist hierzulande seit einiger Zeit mit neuen Produkten am Markt, die nach Konzernangaben sehr gut bei den Kunden ankommen.

(reuters/lur/me)