Es ist ein offenes Geheimnis: Die Kriegskasse von Zurich Financial Services ist derart gut gefüllt, dass CEO James Schiro wiederholt hat durchblicken lassen, man sei Akquisitionen gegenüber nicht verschlossen. Nun stösst CFO Dieter Wemmer ins gleiche Horn. Gegenüber dem deutschen «Handelsblatt» sagte er: «Der Akquisitionsdruck ist da.» Es gebe gute Kaufgelegenheiten.

Warum die Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt? Die Aktie von Zurich FS hat trotz Rekordhalbjahreszahlen seit dem Sommer 15% eingebüsst. Auch wenn Analysten keine Probleme aus US-Hypotheken mit geringer Qualität und derivaten Bondanlagen erwarten – der Versicherer kann sich dem Abwärtstrend der Finanzdienstleister nicht entziehen – trotz positiven Aussichten und moderater Bewertung. Da mögen selbst Expansionsideen die Anleger nicht dazu motivieren, Versicherungspapiere zu kaufen. Hier lautet die Devise: Zunächst mal die US-Kreditkrise ausstehen.
Das kriegt derzeit auch die Nationale Suisse zu spüren, die besser als erwartete Halbjahreszahlen präsentierte. «Die Restrukturierung des Konzerns ist auf gutem Weg und verspricht für die Zukunft weitere, vor allem operative Verbesserungen», wie Georg Marti, Analyst der Zürcher Kantonalbank, festhält. Die Ziele für 2008 (Eigenkapitalrendite von 11% und technisches Ergebnis von 100 Mio Fr.) dürften schon dieses Jahr erreicht sein, doch nimmt die Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis 13) die besseren Resultate schon vorweg.