Die Halbjahresergebnisse des französischen Versicherungskonzerns AXA und der deutschen Allianz sind mehrheitlich positiv aufgenommen worden. Auch für Zurich Financial Services Group (ZFS) rechnen Analysten mit guten Zahlen. «Im 2. Quartal waren die Rahmenbedingungen für das Versicherungsgeschäft erneut vorteilhaft», so Georg Marti, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die soliden Gewinne der Versicherer spiegeln sich allerdings kaum in deren Aktienkursen wider. ZFS ist mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,1 für 2008 bewertet, die Aktien von AXA und Allianz sind nur geringfügig höher dotiert.

Aktien leiden unter Turbulenzen

Alle drei Papiere haben jüngt auch stark unter den Turbulenzen an den Aktienmärkten gelitten: AXA hat im letzten Monat rund 14% eingebüsst, Allianz hat 10% und ZFS fast 12% verloren.
«Die ZFS-Aktie hat von den drei Titeln die besten Voraussetzungen in volatilen Märkten», erklärt Helvea-Analyst Marc-Christian Effgen. Das direkte Engagement im US-Subprime-Markt sei kleiner als bei den beiden anderen Unternehmen. Das Allfinanzhaus Allianz hat mit der Dresdner Bank einen Fuss im Bankgeschäft. AXA, zu der auch die Schweizer Versicherung Winterthur gehört, ist im Fondsgeschäft aktiv. Wegen der US-Subprime-Krise mussten bereits zwei Publikumsfonds für neue Gelder geschlossen werden.

ZFS hat tiefere Aktienquote

Andreas Schäfer, Analyst bei der WestLB, weist noch auf einen weiteren Punkt hin: «Allianz und AXA haben eine viel höhere Aktienquote als ZFS.» Damit sei ZFS weniger abhängig von der aktuellen Börsenlage.
In den letzten Wochen haben die Anleger die Titel aber durch das Band weg verkauft. «Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Markt diese Unterschiede nicht wahrnimmt und weiterhin alle Aktien in den gleichen Topf wirft», so Effgen von Helvea.
Für die meisten Analysten sind ohnehin alle drei Versicherer-Aktien ein Kauf: 70% empfehlen ZFS, bei AXA sind es 85% und bei Allianz sogar knapp 90%.

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