Einer der mächstigsten Persönlichkeiten Frankreichs, der Axa-Konzernchef Henri de Castries, warnt vor einer zu starken Regulierung der Versicherungsbranche. «Wenn die Kapitalanforderungen zu streng werden, müssen wir uns aus gewissen Bereichen zurückziehen, weil wir eine Versicherung nicht mehr vernünftig decken können», sagt de Castries im Interview mit der «Handelszeitung».

Er hat Verständnis dafür, dass die die Regulatoren als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise griffigere Vorschriften wollen. Aber eine gemeinsame Regelung für Banken und Versicherungen ergebe keinen Sinn. «Das Financial Stability Board hat zwar neun Versicherer auf eine solche Liste gesetzt, doch im selben Bericht heisst es, dass deren Geschäftstätigkeit nicht system ist», so de Castries, der auch noch Nestlé-Verwaltungsrat ist.

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Keine Gefahr für das weltsweite Finanzsystem

Für den Konzernchef ist weder Axa noch sonst ein anderer grosser Versicherer «too big to fail». «Sollte ein Versicherer Konkurs gehen, wäs äussert selten vorkommt, dann stellt die Pleite keine Gefahr für das weltsweite Finanzsystem dar.» Dies könne bei Banken der Fall sein, weil sie sich gegenseitig Geld ausleihen und damit untereinander vernetzt und voneinander abhängig seien. «Das Geschäftsmodell ist komplett anders als jenes der Versicherer. Deshalb ist es falsch, beide in den gleichen Korb zu werfen», so de Castries.