Zurich Insurance Group ist im ersten Quartal von Grossschäden verschont geblieben. Der Versicherungskonzern legte einen Gewinnsprung hin: Unter dem Strich stand nach drei Monaten ein Reingewinn von 1,27 Milliarden Dollar Gewinn, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Fünftel mehr als vor einem Jahr.

Analysten hatten weniger erwartet – im Schnitt 1,06 Milliarden Dollar. Der Konzern hat nach weiteren Angaben Fortschritte bei der im Dezember angekündigten Neuausrichtung gemacht. Der Gesamt-Umsatz des Zurich-Konzerns ging leicht nach oben: Per Ende März kommt die Gruppe auf 19,3 Milliarden Dollar, das sind 231 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Tiefe Schadenslast

Gemessen an den Prämien betrugen die Schadenleistungen und damit verbundenen internen Kosten (Combined Ratio) 93,9 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt besser als im Vorjahr. Geholfen hat dem Konzern eine tiefe Schadenlast im Sachversicherungsgeschäft. Einfluss hatte auch ein Sondereffekt aus der Bewirtschaftung der Pensionskasse, der laut Finanzchef George Quinn 130 Millionen Dollar einbrachte.

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An den Finanzmärkten verdiente die Zurich ordentlich: Die Gesamtrendite aus den Kapitalanlagen der Gruppe belieft sich auf 2,5 Prozent. Im Vorjahr hatten die Börsengeschäfte lediglich mit 0,4 Prozent rentiert.

Der global tätige Zurich-Konzern hatte im März über Pläne gesprochen, seinen komplexen Konzernaufbau zu verschlanken: Die Rede ist davon, gewisse Management-Ebenen verschwinden zu lassen. Hauptsächlich in der Schweiz, in Grossbritannien und Irland könnten bis zu 800 der weltweit 55'000 Stellen gestrichen werden.

Ausmass der Stellenkürzungen in der Schweiz

In der Schweiz trifft es gemäss früheren Angaben vor allem die Konzerndienste. Laut Finanzchef Quinn enden in diesen Tagen die Konsultationsverfahren. Nähere Angaben darüber, welche Länder in welchem Ausmasse betroffen sind, gibt der Konzern weiterhin nicht bekannt.
Der Umbau soll die Zurich 600 Millionen Dollar kosten. Mehr als die Hälfe dieses Restrukturierungsaufwands hat das Management in den vergangenen zwei Quartalen verbucht. Der Rest fällt ins zweite Quartal.

«Wir können bereits einige erste positive Anzeichen beider Umsetzung unserer strategischen Ziele für den Zeitraum von 2014 bis 2016 erkennen, wenngleich noch viel zu tun ist», liess sich Finanzchef Quinn in der Mitteilung zitieren. Quinn, lange Finanzchef des Rückversicheres Swiss Re, ist erst seit kurzem bei der Zurich.

(reuters/sda/vst/moh)