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Verwirrung um «Ikea-City»

«The sky is the limit» - der Ikea-Konzern sucht nach Wachstumsmöglichkeiten. (Bild: Keystone)

Die Ankündigung hatte Wellen geworfen: Der Möbelkonzern Ikea wolle nach London in Hamburg und weiteren europäischen Städten ganze Stadtteile aus dem Boden stampfen - jetzt krebsen die Verantwortlichen

Veröffentlicht am 24.08.2012

Mindestens fünf Hektar gross, mit Wohnungen, Büros und Geschäften - mit diesen Eckdaten kündigte das «Hamburger Abendblatt» diese Woche hochtrabende Pläne des schwedischen Möbelkonzerns Ikea an. In Hamburg solle ein eigener Stadtteil aus dem Boden gestampft werden. Von «Ikea-City» war bereits die Rede.

Harald Müller, Manager von Inter Ikea Holding, einem Schwesterunternehmen des Möbelriesen, wurde mit den Worten zitiert «Wir wollen den Markt wachrütteln» und «Wir möchten einen Stadtteil bauen, von dem Hamburg profitiert».

Mittlerweile beschreibt ihn das deutsche «Handelsblatt» als Phantom - weitere Auskünfte seien von ihm nicht zu erhalten. 

Kristian Sjöholm, Mediensprecher von Inter Ikea, widerspricht auf Anfrage von «Handelszeitung Online» den Ankündigungen: «Es gibt keine konkreten Pläne für Hamburg.» Anders sieht die Situation in London aus, wo Inter Ikea im Viertel «Strand East» 1200 Wohnungen und Büros plane.

Konkret ist laut «Handelsblatt» in London auch der Bau von Studentenwohnheimen und Hotels: Derzeit werde nach geeigneten Grundstücken gesucht.

«Offensichtlich wurden aus diesem Projekt weitere Ideen abgeleitet», glaubt Sjöholm. Und: «Wer bei Strand East von einer «Ikea-City» redet, liegt daneben», ergänzt der Mediensprecher, «das Projekt hat nichts mit dem Möbelkonzern zu tun.»

Hamburg sei lediglich als Beispiel einer grossen deutschen Stadt genannt worden. Weder in Deutschland noch in der Schweiz exisitieren aber Projekte im Stile Londons.

Die luxemburgische Holding Inter Ikea hält die Ikea-Markenrechte - ein Geschäft, das alleine 2011 knapp 800 Millionen Euro an Lizenzgebühren in die Kassen gespült hat. Die Firma sitzt auf Vermögenswerten von 5,8 Milliarden Euro.

(vst/tno)

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