Seit die Bank Safra bei Sarasin das Sagen hat, werden eifrig Stühle gerückt. Nun wollen die brasilianischen Familienbanker laut Finanzblog «Inside Paradeplatz» beim Derivate-Handel komplett den Stecker ziehen: «Sie fürchten sich vor Derivate-Risiken», heisst es im Bericht.

Das ist eine verkürzte Darstellung, wie Recherchen von «Handelszeitung Online» zeigen. «Es stimmt, dass die neue Eigentümerin eine konservative Risikopolitik verfolgt und verständlicherweise nach der Übernahme gewisse Limiten in den Handelsbereichen gekürzt hat», bestätigt Martin Schreier, Head Financial Engineering bei der Bank Sarasin.

Konkret geht es dabei in erster Linie um das Risiko-Management eigener Optionsbücher - entsprechend hat Safra, wie ein Insider bestätigt, insbesondere im Zinsbereich die Limiten deutlich geschrumpft.

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Wie «Inside Paradeplatz» schreibt, habe sich die Bank Sarasin in Zürich den Ruf einer innovativen Derivatehändlerin geschaffen, der Bereich habe regelmässig einen schönen Millionenbetrag abgeworfen. Damit soll aber entgegen dem Bericht keineswegs Schluss sein: «Der Bereich Strukturierte Produkte ist von den Massnahmen nicht betroffen», sagt Schreier - weder bei der Strukturierung, der Emission oder beim Market Making.

Beim Ausbau des Dienstleistungs- und Produkte-Angebots von Sarasin setze die Safra-Gruppe laut Schreier auf die langjährige Erfahrung des Derivate-Teams.

Gemäss «Inside Paradeplatz» komme es im Zürcher Handelsteam dennoch zu Frühpensionierungen und Entlassungen.

(vst/tke)