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Vetropack: Reingewinn geht um die Hälfte zurück

Vetropack: Die Frankenstärke erhöht den Importdruck. Keystone

Die Glasfirma Vetropack macht weniger Gewinn. Zwei Faktoren macht der Bülacher Firma Kopfschmerzen: die Frankenstärke und der Bürgerkrieg in der Ukraine.

Veröffentlicht am 24.08.2015

Der Glasverpackungshersteller Vetropack hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2015 einen Rückgang des Umsatzes um gut 12 Prozent auf 272,8 Millionen Franken verzeichnet. Der Umsatzrückgang setzt sich damit bereits das dritte aufeinanderfolgende Semester fort. In Lokalwährungen ergab sich dagegen ein Plus von 5,8 Prozent. Der Absatz konnte dabei mit 2,36 Milliarden Stück auf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilt.

Der Rückgang des konsolidierten Umsatzes sei kursbedingt und vor allem auf die Stärke des Schweizer Frankens sowie auf den Kurszerfall der ukrainischen Hrivna zurückzuführen.

Ein Viertel weniger Ebit

Der Betriebsgewinn Ebit reduzierte sich um rund ein Viertel auf 24,1 Millionen Franken und die Ebit-Marge um 140 Basispunkte auf 8,9 Prozent. Währungsbereinigt lag der Ebit bei 30,8 Millionen und damit nur leicht unter dem Vorjahr. Der Reingewinn halbierte sich praktisch auf 14,2 Millionen. Hier seien nicht realisierte Kursverluste auf Euro-Guthaben von über 5 Millionen Franken enthalten.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten mit dem Umsatz und dem Ebit gut erreicht, während der Reingewinn etwas tiefer ausgefallen ist als prognostiziert. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 270,7 Millionen Franken, für den Ebit bei 22,6 Millionen und für den Reingewinn bei 15,4 Millionen.

Starker Franken

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres seien zwei Faktoren von zentraler Bedeutung gewesen, schreibt Vetropack. Die Aufhebung der Frankenbindung an den Euro habe nicht nur die Konsolidierung in Schweizer Franken negativ beeinflusst, sondern auch die Wettbewerbssituation für das Schweizer Werk in St. Prex nochmals markant verschärft.

Um dem Importdruck standzuhalten, hätten deshalb die Preise für Glasverpackungen nach unten angepasst werden müssen. Trotz Anpassung der Kosten auf Euro so weit als möglich, hätten die negativen Auswirkungen nicht vollumfänglich kompensiert werden können.

Brennpunkt Ukraine

Als zweiten Punkt streicht das Unternehmen die wirtschaftliche Situation in der Ukraine hervor. Diese sei geprägt durch die hohe Inflation und einen starken Rückgang von Produktionsleitung und Konsum.

Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen wie schon im vergangenen März aufgrund der Währungseinflüsse mit einem Rückgang des konsolidierten Umsatzes und der Ertragszahlen, dies obwohl die neu akquirierte Gesellschaft in Italien für fünf Monate in die Konsolidierung einfliessen werde.

(awp/ise/dbe)

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